Was wir Freiburger jeden Tag vor der Haustüre haben, können Menschen weltweit jetzt auch vor dem heimischen Fernseher erleben. Die beiden Regensburger Daniel Schnellhorn und Christian Simmler haben die touristisch interessantesten Plätze Freiburgs in einem halbstündigen 3D-Film eingefangen. Freiburg ist dabei der zweite Schauplatz ihrer zwölfteiligen Dokumentarfilmreihe über Deutschlands schönste Städte und Inseln. Mit chilli sprachen die Produzenten darüber, wie der Film entstanden ist und wie er finanziert wird.

 

chilli: Wie aufwändig ist die Produktion eines 3D-Films?

Schnellhorn: Früher wäre so etwas mit einem beträchtlichen Aufwand verbunden gewesen. Noch vor drei Jahren wurden beim Dreh zwei Kameras in Augenabstand voneinander aufgestellt. Danach mussten die beiden Filme manuell übereinander gelegt werden. Heute gibt es richtige 3D-Kameras, in denen zwei Objektive im Abstand von sechs Zentimetern eingebaut sind – eines fürs linke, eines fürs rechte Auge. 3D-Schnittprogramme gibt es mittlerweile ebenfalls, auch wenn wir großteils mit Software, die noch in der Testphase ist, gearbeitet haben. Für den Freiburger Film haben wir drei Wochen für den Dreh und fünf bis sechs Wochen für den Schnitt gebraucht.

 

chilli: 3D-Kamera, extra Schnittprogramme – das hört sich teuer an. Wie finanzieren Sie die Filme denn?

Schnellhorn: Komplett aus eigenen Mitteln. Die Idee zu den Filmen kam mir bereits Ende 2010 und seit damals stecke ich meine ganze Freizeit in das Projekt – und meine gesamten Ersparnisse. Nach jetzigem Stand kostet mich die Serie einen stattlichen sechsstelligen Eurobetrag. Doch die Verkäufe in Regensburg, dem ersten Drehort, sind gut angelaufen und wir hoffen, dass der Film auch in Freiburg auf Interesse stößt.

 

chilli: Wodurch unterscheidet sich ein 3D-Dreh von einem normalen Dreh?

Schnellhorn: Die räumliche Tiefe lässt sich sowohl direkt beim Dreh als auch nachträglich einstellen und mit beiden Möglichkeiten muss vorsichtig umgegangen werden. Man sagt, dass fünf Prozent der Menschen keine dreidimensionalen Filme sehen können, da ihnen sonst schlecht wird. Ich persönlich denke, das kommt vor allem daher, dass zu aggressiv mit der Tiefe gearbeitet wird. Man sollte etwa darauf achten, dass man keine Personen anschneidet, das wirkt in 3D zu hart.

 

 

3D-Brille auf und dann geht's los.

 

chilli: Der technische Aufwand war dank modernster Geräte also moderat. Wie hoch war denn der organisatorische Aufwand?

Simmler: Riesig! Die touristisch interessanten Städte und Plätze heraussuchen, sich um Genehmigungen kümmern und dann kann einem das Wetter trotzdem noch den Drehtag verhageln. Die Idee mit einem 3D-Touristenfilm ist brandneu und so haben wir uns am Anfang bedeckt gehalten. Schließlich wollten wir nicht, dass uns die Idee jemand klaut. Erst als unser Vorsprung groß genug war, haben wir kommuniziert, dass es sich bei unserem Projekt um einen dreidimensionalen Film handelt. Und siehe da – plötzlich standen uns alle Türen offen. Aber Freiburg war eh sehr kooperativ, was die Drehgenehmigungen angeht.

 

chilli: Auch mit dem Wetter dürften Sie in der Stadt mit Deutschlands meisten Sonnentagen ja keine Probleme gehabt haben…

Simmler: Das stimmt. Selbst bei unserem Drehtermin im Februar haben wir einige schöne Sonnentage erwischt. Nicht durchweg natürlich – den Dreh im Münster mussten wir etwa zweimal verschieben, da es in der Kirche bei schlechtem Wetter zu dunkel ist. Aber alles in allem kann Regensburg vom Wetter her nicht mithalten.

 

chilli: Abgesehen vom Wetter – was hat Ihnen in Freiburg denn noch gefallen?

Simmler: Die Gerberau mit den kleinen Gassen, in denen man statt großer Einkaufsketten individuelle Läden findet, fand ich besonders schön. Mein absolutes Highlight außerhalb von Freiburg war die Ravennaschlucht mit den traumhaft schönen Wasserfällen und kleinen Holzbrücken. So etwas Ähnliches haben wir in Regensburg auch – nur viel kleiner.

 

 

Info: DVD (2-dimensional, 19,95 Euro) und Blu-ray (3-dimensional, 29,95 Euro) gibt es in der Freiburger Tourist Information im Alten Rathaus, in Buchhandlungen und Souvenirgeschäften zu kaufen sowie online unter www.freiburg-in-3d.de.