Das Schlachtschiff in der Bekämpfung der städtischen Wohnungsnot ist die Freiburger Stadtbau GmbH (FSB). Sie nennt nicht nur schon 8130 Wohnungen ihr Eigen, sie hat zum Jahresbeginn auch zusätzlich 946 Wohnungen des städtischen Liegenschaftsamtes mit ihrer Tochter Freiburger Stadtimmobilien GmbH & Co. KG (FSI) übernommen. Damit wohnt schon jetzt fast jeder zehnte Freiburger bei der FSB. Und Geschäftsführer Ralf Klausmann kündigte bei der jüngsten Bilanz-Pressekonferenz auch an, dass die FSB bis 2018 noch einmal 1000 neue Wohnungen bauen werde – zum größten Teil öffentlich geförderte, vor allem auf den Gutleutmatten.

Freiburg von oben

 

Dass die FSB sich vom Zuschussbetrieb längst in ein wirtschaftliches Schwergewicht gewandelt hat, zeigen ein paar Zahlen aus der Bilanz: Die mit 280 Mitarbeitern erwirtschaftete Bilanzsumme wuchs um 34 auf nunmehr 388 Millionen Euro. Der Gewinn sank zwar um 1,5 auf 1,8 Millionen Euro. Aber die FSB hat auch 22 Millionen Euro (statt 20 in 2011) in die Modernisierung des Bestandes und rund 14 Millionen (statt 7 in 2011) in Eigentumswohnungen – vor allem im Sternenhof – gesteckt. Stolze 30 Millionen wird sie in diesem Jahr in den Bau neuer Mietwohnungen an der Berliner Allee und in der Johann-Sebastian-Bach-Straße investieren, 44,4 Millionen Euro fließen in Sanierungen. Ein potentes Unternehmen.

Von den 1000 Wohnungen sind derzeit 300 Wohnungen bereits im Bau, 430 werden in Haslach (vor allem auf den Gutleutmatten) entstehen, 140 rund um die Berliner Allee, 75 in Weingarten, 60 in St. Georgen und 45 im Stadtteil Brühl auf dem Güterbahnhofgelände. Die Gewinne aus dem Bauträgergeschäft stecke die alte Siedlungsgesellschaft in den, so Klausmann, „defizitären Sozialwohnungsbau“ und die weitere energetische Modernisierung des Bestandes. Die Durchschnittsmiete, betonte der Geschäftsführer, sei 2012 im dritten Jahr in Folge stabil gewesen, lag bei 5,67 Euro und damit 1,88 unterm Mietspiegel (wir berichteten). In drei von vier Wohnungen läge die Miete mindestens 24 Prozent unterm Mietspiegel.

Klausmann erneuerte derweil seine Kritik an der Landesregierung und fordert in der Landesbauordnung eine Änderung bei der Verpflichtung zum Bau von Tiefgaragenplätzen. „Wir brauchen längst nicht überall Tiefgaragenplätze, die für viel Geld gebaut werden müssen und anschließend häufig leer stehen.“ Nach FSB-Kalkulationen könnte der Mietpreis pro Quadratmeter um einen Euro gesenkt werden, wenn man nicht für jede Wohnung einen 25.000 Euro teuren Tiefgaragenplatz nachweisen müsste.

Text: Lars Bargmann / Fotos: FSB

Info 1 – Parken & Keidel:
Die Freiburger Kommunalbauten GmbH Baugesellschaft & Co. KG (FKB, eine hundertprozentige Tochter der FSB) hatte 2012 eine Bilanzsumme von 58 Millionen Euro. Sie betreibt 3328 Stellplätze in Parkgaragen und das Keidel-Mineral-Thermalbad, in das sie in den vergangenen Jahren 26 Millionen Euro (drei legte das Land dazu) investierte. Das zahlt sich aus: Die Zahl der Besucher wuchs um zwölf Prozent auf 433.000. „Wir wollen alle Bäder nach vorne pushen“, sagt Klausmann. Dazu zählt auch der neue Internetauftritt baden-in-freiburg.de – ein Steckenpferd von FSB-Sprecherin Annette Engelke. In die Rotteck-garage investierte die FKB 2012 und 2013 rund 8,8 Millionen Euro. Deswegen machte die Tochter 3,2 Millionen Euro Miese. 2015 soll sie wieder Gewinne erwirtschaften.

Info 2 – Frei- und Hallenbäder:
Die Regio Bäder GmbH (RBG), auch sie eine hundertprozentige Tochter der FSB, betreibt die Hallenbäder West, Haslach, das Faulerbad, Hochdorf und Lehen sowie das Strandbad, Lorettobad und das Freibad in St. Georgen. In denen legte die Besucherzahl in 2012 um rund 34.000 auf 915.000 zu. Der Jahresüberschuss betrug 150.000 Euro (2011: 399.000 Euro).