Der Verein Wirtschaftsregion Freiburg (WRF) hat sein 20-jähriges Bestehen gefeiert. Rund 180 Gäste kamen in die Kellerwirtschaft des Weinguts Franz Keller in Oberbergen und ließen es sich gut gehen. Im Kern geht es bei der Organisation um die Kooperation der Wirtschaftsförderungen der Stadt Freiburg sowie der Landkreise Breisgau Hochschwarzwald und Emmendingen. „Die vergangenen zwanzig waren sehr dynamische Jahre, in denen Stadt und Region einen beispiellosen Aufschwung erfahren haben“, sagte die WRF-Vorstandsvorsitzende und Breisgau-Hochschwarzwald-Landrätin Dorothea Störr-Ritter.

 

Bei der Gründung durch den damaligen Freiburger Oberbürgermeister Rolf Böhme, die Landräte Jochen Glaeser (Breisgau-Hochschwarzwald) und Volker Watzka (Emmendingen) sowie Bernd Dallmann als Geschäftsführer waren 16 Städte und Gemeinden am Start. Inzwischen hat der Verein 56 Mitglieder (Land- und Stadtkreise, Gemeinden und Städte, Kammern, Verbände, Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, regionale Institutionen) und konnte damit den Jahresetat von 170.000 Mark auf knapp 200.000 Euro erhöhen. Die Wirtschaftsregion ist mit 627.000 Einwohnern, 229.000 Beschäftigten und einem Bruttoinlandsprodukt von 19 Milliarden Euro eine der wachstumsstärksten in Deutschland. Die Bevölkerungsentwicklung sowie die Zunahme der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und Erwerbstätigen bewegen sich weit über dem Landesdurchschnitt. Die Arbeitslosenquote ist heute mit 4,3 Prozent deutlich niedriger als im Gründungsjahr 1994. 1988 lag sie noch bei 11,4 Prozent.

 

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Dallmann: „Regionalpolitik ist in hohem Maße Vertrauenssache. Jeder Partner muss seine Rolle übernehmen um damit den Gesamtnutzen für die Region zu optimieren.“ Bei Firmenansiedlungen, heißt es in einer WFR-Pressmitteilung, stünden die Interessen der Unternehmen im Vordergrund und nicht „lokalpolitische Egoismen“. Denn viele Aufgaben wie Müllentsorgung, Energieversorgung oder der Nahverkehr sind nur regional zu bewältigen. Ein zweites Motiv für die Gründung war – schon damals – der Engpass an Gewerbeflächen. Daher war eine der ersten Aufgaben die Entwicklung eines Konzepts zur Nutzung und Vermarktung des ehemaligen Militärflugplatzes im Bremgarten zum Gewerbepark Breisgau (siehe Titelgeschichte).

 

In der Folge initiierte der WRF die Gründung des trinationalen Netzwerks BioValley, schuf mit dem Verein Medien Forum Freiburg  (heute bwcon: baden-württemberg connected) eine Plattform für die Medienbranche (zu der aktuell rund 900 Betriebe zählen) oder schob auch 1997 die Eröffnung der Alten Wache als Haus der Badischen Weine auf dem Münsterplatz an.

 

Beim Bau der Neuen Messe in Freiburg beteiligte sich der WRF an der Messe Freiburg GmbH & Co. KG mit 100.000 Mark und half später bei der Etablierung des Location Office Freiburg zur Stärkung des Medienstandorts mit 11.500 Euro. Der Verein war auch beteiligt beim branchenübergreifenden Cluster Green City, das von 2009 an Unternehmen aus der Region einen Zusammenschluss unter den Schwerpunktthemen Erneuerbare Energien, Umwelttechnologien, Nachhaltiges Planen und Bauen, Mobilität sowie Bildung, Forschung und Entwicklung im Bereich Nachhaltigkeit ermöglichte.

 

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Seit 2012 verfolgt die Clusterinitiative HealthRegion Freiburg – ebenfalls mit ideeller Beteiligung der WRF – das Ziel, die Innovationsstärke und Wettbewerbsfähigkeit der Region durch die Verknüpfung von Gesundheitswirtschaft, Gesundheitstourismus und E-Health zu stärken. Und im kommenden Juli soll das von der EU geförderte Projekt Welcome Center als zentrale Anlaufstelle für internationale Fachkräfte eröffnet werden.

 

International geht es beim ebenfalls von der EU geförderten Upper Rhine Valley zu, das die Region am Oberrhein stärker gemeinsam vernetzen und vermarkten soll. In Zukunft wird der Erfolg der Wirtschaftsregion noch stärker davon abhängen, in welchem Maße es gelingt, hoch qualifizierte Fachkräfte anzuziehen und dauerhaft zu binden. Die Versorgung der prosperierenden Region mit Wohn- und Gewerbeflächen gehört deshalb zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben: Wachstum braucht Raum.

 

Text: Lars Bargmann / Bilder: Raach/FWTM