Die Fraktionen im Freiburger Rathaus haben den Ball Mitte März in die Mitte gelegt, die Stadtverwaltung hat ihn jetzt trefflich verwandelt: Bei 532 Sozialwohnungen der Freiburger Stadtbau GmbH (FSB) könnten die Mieten in den nächsten 15 Jahren 33 Prozent unter dem Mietspiegel liegen. Das würde 20,7 Millionen Euro kosten. 17,8 Millionen kämen aus dem neuen Landeswohnraumförderprogramm, 2,9 Millionen würde Finanzbürgermeister Otto Neideck zuschießen – als Kapitalerhöhung für die Stadttochter FSB. Dem soll der Gemeinderat übermorgen zustimmen. Das gilt als sicher. Man kann dem Rathaus und der FSB gute Arbeit attestieren.

Günstige Mieten: Stadtbau-Wohnanlage in der Badenweiler Straße.

 

Mit den knapp drei Millionen Euro soll die FSB zudem auch neue Sozialwohnungen bauen. »Das können und wollen wir uns leisten«, sagt Neideck. »Damit werden bestehende Mieten sogar gesenkt«, lobt Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach. Denn bisher liegen die FSB-Mieten »nur« 15 Prozent unterm Mietspiegel.

Von rund 95.511 Mietwohnungen in Freiburg sind 13.000 preisgebunden: Die wurden mit öffentlichen Mitteln gefördert und gehorchen damit dem Diktat günstiger Mieten. Allein in den nächsten 15 Jahren aber fallen 3355 dieser Wohnungen aus der Bindung: die Mieten werden teurer. Von den 1051 FSB-Wohnungen ist – nach Prüfung etwa auf Fehlbelegungen – etwa die Hälfte fürs neue Programm geeignet. Bleiben 2300, die privaten Eigentümern oder Baugenossenschaften gehören. »Für die gilt das Gleiche, auch die würden von uns drei Millionen Euro bekommen, wenn sie wie die FSB handeln«, verspricht Neideck. Die ersten Gespräche würden bereits laufen, berichtete Werner Hein, Chef des Amts für Wohnraumversorgung. Das neue Landeswohnraumförderprogramm sei, so Neideck, »mehr als nur ein Schritt in die richtige Richtung«.

Text: Lars Bargmann / Foto: Loeffelhardt