„Das Audimax der Universität Freiburg hat 768 Plätze. Statistisch gesehen, sitzen in dem Hörsaal 115 Studierende mit Essstörungen, 130 mit chronischen Schmerzen, 72 mit Persönlichkeitsstörungen, 109 mit Angststörungen und weitere 342 mit Allergien.“ Mit dieser aussagekräftigen Rechnung macht die Universität Freiburg an ihrem heutigen „Tag der Vielfalt“ auf all diejenigen aufmerksam, die eine nicht sichtbare Einschränkung haben. Warum sich gerade eine Universität mit dem Thema auseinandersetzen sollte, beantwortet der Uni-Beauftragte für Studierende mit Handicap, Martin Junk, im chilli-Gespräch.

 

chilli: Sie beraten Studierende mit Handicap zu Unterstützungsmöglichkeiten der Uni. Wie viele dieser Studenten haben eine nicht sichtbare Behinderungen?

 

Junk: Laut einer Erhebung des Deutschen Studentenwerks haben 14 Prozent der Studierenden eine gesundheitliche Beeinträchtigung. Davon ist wiederum der größte Teil nicht sichtbar, ich würde sagen, etwa 80 bis 90 Prozent.

Wir führen im Jahr zwischen 80 und 100 Beratungsgesprächen und dabei geht es am häufigsten um psychische Erkrankungen, wie Depressionen oder Psychosen.

Button zum Tag der Vielfalt

 

chilli: Der „Tag der Vielfalt“ im Vorjahr hat die sichtbaren Behinderungen behandelt, wodurch einige Maßnahmen, wie etwa ein barrierefreier Rundgang, angeregt wurden. Wie kann eine Uni denn bei nicht sichtbaren Behinderungen weiterhelfen?

 

Junk: Es gibt viele Formen von Nachteilsausgleichen. Für Studierende mit einer Magen-Darm-Erkrankung können wir etwa einen Vorlesungssaal in der Nähe einer Toilette suchen. Und Studierenden mit Asperger hilft oft bereits ein eigener Raum für Prüfungen. Manchmal sind es diese kleinen Dinge, die schon deutlich weiterhelfen.

 

chilli: Und das alles kann dann problemlos umgesetzt werden?

 

Junk: Viele Maßnahmen können wir sehr zügig umsetzen. Nur wenn sie Prüfungen betreffen, liegt die Entscheidung beim Prüfungsausschuss.

 

Weitere Informationen auf dem Gender und Diversity Portal der Universität Freiburg: www.diversity.uni-freiburg.de

 

tbr