Die Kommunalwahl am 25. Mai rückt immer näher. Was machen da verantwortungsvolle Journalisten? Richtig: Sie spielen Quizduell – und zwar mit den wählbaren Politiker. Die chilli-Redaktion hat Kandidaten aus allen Listen herausgefordert, die zum ersten Mal bei der Wahl dabei sind, um gegen sie im bekannten Handy-Spiel anzutreten. Das kam dabei heraus:

 

Reise-Enthusiast

Pascal Haggenmüller, 25, Bündnis 90/Die Grünen, Student auf Lehramt (Politik, Geschichte, Italienisch), Listenplatz 16

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Runde eins: Die Kategorie lautet „Rund um die Welt“, ein Lächeln breitet auf Pascal Haggenmüllers Gesicht aus. Warum, reist er gerne? „Auch, aber ich interessiere mich für Geografie und Politik“, sagt er, „das müsste klappen.“ Ganz souverän löst er die drei Aufgaben.

 

 

Nächste Kategorie: „Draußen im Grünen“ – das müsste DAS Steckenpferd des Grünen sein, der bereits mit 18 in die Partei eingetreten ist. „Das sollte man meinen“, sagt er, „aber mit den ganzen naturwissenschaftlichen Themen kann ich leider gar nichts anfangen.“ Prompt untermauert er seine Aussage damit, dass er nicht weiß, dass die unverdaulichen ausgewürgten Nahrungsbestandteile von vielen Vogelarten Gewölle heißen.

 

 

Der 25-Jährige wählt „Sport und Freizeit“. „Ich spiele ja schließlich gegen eine Frau“, lacht er, „nein, diese ganzen gender-spezifischen Klischees nerven mich. Genau aus diesem Grund habe ich Italienisch als drittes Unterrichtsfach gewählt: In meiner Schulzeit hatte ich immer weibliche Lehrer für Sprachen und männliche für Naturwissenschaften – daran muss sich etwas ändern.“

 

 

Der Jung-Politiker gewinnt souverän mit 13 Punkten. Für ihn ein eher durchschnittliches Ergebnis, schließlich ist er ein geübter Quiz-Duell-Spieler: „Viele meiner Freunde spielen Quizduell und haben mich ein bisschen damit angesteckt.“

Ergebnis: 13:12

 

 

 

Computerspiele sind nicht ihr Ding

Kerstin Langosch, Freiburg Lebenswert, 50, Ärztin, Listenplatz 8

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Welchem Körperteil liegt der Knochen „Tibia“ am nächsten? A: Knie. B: Schulter. C: Hand. D: Becken. Als Fachärztin für Psychosomatik ist die menschliche Anatomie zwar nicht Kerstin Langoschs Spezialgebiet, aber gelernt ist gelernt: Ihr Finger tippt ohne Zögern auf A. Die in Freiburg niedergelassene Ärztin marschiert souverän durch die erste Kategorie, die im Hause Langosch wohl zu den beliebtesten Kategorien gehört: Auch ihr Mann ist Arzt und ihr Sohn studiert in Gießen Medizin.

 

 

 „Computerspiele“ gehören hingegen nicht zu Langoschs Lieblingen, dennoch sind zwei Antworten richtig. Für die 50-Jährige kein Grund, sich zu brüsten: „Das war reines Glück, ich habe von diesen Spielen noch nie gehört.“

 

 

Erst bei „Macht & Geld“ kommt ihre Gelassenheit ins Wanken. Auf die Frage, wer noch nie Ministerpräsident Niedersachsens war, antwortet Langosch Gerhard Schröder, richtig wäre Horst Köhler gewesen. „Ja, das ärgert mich“, gibt die gebürtige Stuttgarterin zu, „wenn ich bei Computerspielen daneben liege, ist mir das egal, aber so eine Frage gehört eigentlich zum Allgemeinwissen.“ Lange ärgern braucht sie sich jedoch nicht: Langosch entscheidet das Duell mit deutlichem Vorsprung für sich.

Ergebnis: 14:9

 

 

 

 

Kunst im öffentlichen Raum

Franziska Brinkmann, 23, KULT-Liste, Studentin der Kunstgeschichte, Listenplatz 22

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„Machen wir doch einen Soft-Opener“, sagt Brinkmann alias fb139. Also Kategorie Essen und Trinken. Aber denkste, nur ein Punkt kommt raus.

 

 

Vor Weihnachten sei sie gefragt worden, ob sie mit auf die Liste will. Nicht zuletzt, weil sie im Augustinermuseum das Jugendprogramm gestaltet. „Ich würde mich auf jeden Fall dafür einsetzen, dass beim Umbau des Rotteckrings samt neuer Platzgestaltung auch Geld für Kunst im öffentlichen Raum bereitgestellt wird.“ TV-Serien, die nächste Kategorie. „Ja, das weiß ich sogar, Gossip Girl.“ Sie führt 5:4.

 

 

Jetzt ist „Kunst und Kultur“ dran. Vor vier Jahren kam die gebürtige Münchnerin aus Frankfurt an die Freiburger Uni. Den vom chilli ins Spiel gebrachten Neubau fürs Museum für Neue Kunst hat sie verfolgt („das wäre wünschenswert“), die Debatte um die Europäische Kulturhauptstadt, auch den Streit um die Schließung der Freiburger Außenstelle der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Karlsruhe. „Das habe ich aber aus Studierendensicht gesehen und wo keine Studenten sind, braucht es da eine Außenstelle?“ Die Kategorie endet mit einem 2:2 gegen das chilli.

 

 

Am Ende verliert sie 8:10. „Musik und Hits war ja gemein“, sagt sie zur chilli-Spielerin. Es wird gelacht. Die Wahrscheinlichkeit, auf Platz 22 gewählt zu werden, wäre „krass gering“. Aber wenn, dann würde sie den Auftrag annehmen. Für Kunst und Kultur.

 

Ergebnis: 8:10