Der EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg will stärker im Frachtgeschäft tätig werden und investiert dafür 40 Millionen Euro aus Bordmitteln: Bis im kommenden Januar soll ein neues Cargo-Terminal betriebsbereit am Rollfeld stehen. „Das Terminal trägt wesentlich zur Effizienz und Zuverlässigkeit des EuroAirport bei“, ist der Direktor des EuroAirport, Jürg Rämi, überzeugt.

 

Die Riesenhalle ist so groß wie drei Fußballfelder: 21.000 Quadratmeter Grundfläche wird  der aus sieben Modulen bestehende Bau haben. Jedes dieser Module verfügt über neun eigene LKW-Schleusen. Mit diesen neuen räumlichen Möglichkeiten erhoffen sich die Flughafenbetreiber einen Wettbewerbsvorteil: Derzeit starten – nach drei Jahren mit kräftigen Einbrüchen – nur noch rund 20 Prozent der Frachtflieger aus der Region am EuroAirport. Bis 2020 sollen es 50 Prozent sein. Arbeiten heute 400 Menschen für die Fracht, sollen es dann bis zu 900 sein.

 

So soll sie aussehen, die neue Cargohalle am EuroAirport. Visualisierung: EAP

So soll sie aussehen, die neue Cargohalle am EuroAirport. Visualisierung: EAP

 

Dass die Kalkulationen aufgehen könnten, zeigt das Interesse von weltweit operierenden Frachtunternehmen wie Swissport, Planzer oder DHL: Bereits ein halbes Jahr vor Fertigstellung sind sechs der sieben Module auf fünf Jahre im Voraus vermietet. Das Terminal soll zwar schon im Herbst fertig sein. Bevor es allerdings in Betrieb gehen kann, sind ausgiebige Tests der technischen Anlagen (Waagen, Rolltore, elektronische Schließanlage, Entrauchungssystem, Fluchtwege, Brandschutz, Temperaturführung, IT-Netze) notwendig. Auch eine globale Marktprognose des Flugzeugherstellers Airbus legt nahe, dass in der Luftfracht ein enormes Wachstumspotential herrscht: Bis ins Jahr 2031 soll der Markt jährlich um fünf Prozent wachsen.

 

Besonderes Augenmerk wird beim Bau auf die integrierte Temperaturführung gelegt: Eine Lagertemperatur von 15 bis 25 Grad wird garantiert, was besonders für die Produkte der regional stark angesiedelten Pharmabranche wichtig ist. „Die Luftfracht stellt einen wichtigen Wettbewerbsfaktor und elementaren Bestandteil der Wertschöpfungsketten für die Wirtschaftsregion rund um den Euro-Airport dar“, erklärt Rämi, wie er den Flughafen fit für die Zukunft machen möchte: „Wir investieren darum ganz bewusst in eine bedürfnisgerechte Infrastruktur im Bereich Luftfracht.“

 

Text: fho