2013 oder die langen Leiden der meist mitteljungen Biergartenwirte. „Katastrophe“, bringt Gerhard Spiecker, Chef des Ganter-Hausbiergartens, die miserable Meteorologie auf einen Punkt. Zwei Drittel liegen seine Umsätze hinterm Vorjahr zurück: „Das kannst du nicht mehr aufholen.“ Ein paar Meter weiter östlich sitzt Detlef Frankenberger, Geschäftsführer der Ganter-Brauerei: „Dass April und Mai im Biergarten gar nicht stattfinden, habe ich noch nicht erlebt. Den Wirten bleibt nur ein restriktives Kostenmanagement. Und wir werden den fehlenden Bierabsatz, etwa vier Prozent zum Vorjahr, natürlich auch nicht mehr einholen.“

Ganter_Biergarten

 

Wie Frankenberger wird auch Georg Schwende, Geschäftsführer der Fürstenberg-Brauerei, seine Planzahlen nicht mehr erreichen: „Einen Mai auf Februar-Niveau habe ich in 26 Jahren Brauwirtschaft noch nie erlebt. Einen schlechten Monat können die Wirte verkraften, aber wenn es gleich drei sind, wird die Luft sehr dünn.“ Auch Fürstenberg liege im unteren einstelligen Prozentbereich unterm Vorjahr.

Überraschendes berichtet Umut Kus, Geschäftsführer des Café Extrablatt an der Dreisam, aber auch anderer Filialen: „In innerstädtischen Lagen liegen wir bundesweit über dem Vorjahr, weil die Menschen eben nicht an die Baggerseen gegangen sind.“ In Freiburg habe der Juni die Verluste aus April und Mai fast aufgeholt. Jürgen Platzek, er leitet etwa das Gasthaus Stahl, liegt 20 Prozent unterm Vorjahr, und findet, dass man solche Phasen „eben wegstecken muss. Aber auch wir haben eher Geld gebracht als verdient.“

Das Zentralgestirn ließ sich bisher vielleicht an 20 Tagen so blicken, dass in den Biergärten der namengebende Saft floss. „Und oft genug war es so, dass die Sonne pünktlich zum Feierabend in Regengüssen ertrank. Die Mitarbeiter waren da, die Waren gerichtet. Blöder kann es nicht laufen.“ Oder, wie Frankenberger es ausdrückt: „Im nächsten Jahr kann es nur besser laufen”.

Text: Lars Bargmann / Foto: privat