Der französische Präsident François Hollande hat heute die endgültige Schliessung des AKW Fessenheim bis Ende 2016 bekanntgegeben. Der trinationale Atomschutzverband (TRAS) begrüßt den Entscheid und wertet ihn als wichtigen Erfolg des trinationalen Widerstandes.  “Die Schließung des altersschwachen Reaktors ist seit langem überfällig. Mit der Ankündigung, Fessenheim definitiv zu schliessen, wird endlich auch von höchster Stelle anerkannt, dass das älteste französische Atomkraftwerk in Fessenheim schwere Sicherheitsdefizite hat und ein untragbares Risiko für die Bevölkerung am Oberrhein darstellt”, heißt es in einer TRAS-Mitteilung.

Das beharrliche Engagement einer ganzen Region zeige somit seine Wirkung. Die jahrelangen Klagen, Beschwerden und Resolutionen von TRAS, aber auch die unzähligen Briefe und Proteste von Gemeinden und Städten am Oberrhein, hätten einen politischen Druck erzeugt, der nun in Paris zum Umdenken geführt habe. TRAS werde den Prozess der Stilllegung “aufs Engste” begleiten. Bis zur definitiven Stilllegung bleibe das AKW ein “atomares Damoklesschwert” für Mensch und Umwelt, nicht zuletzt auch, weil die von der französischen Aufsichtsbehörde verlangten Investitionen zur Verbesserung der Sicherheit nun unterbleiben dürften. TRAS hofft, dass für das von der Schließung betroffene Personal sozialverträgliche Lösungen gefunden werden.

 

 

Fessenheim vom Münster aus: Die Tage des altersschwachen Meilers werden ab heute gezählt. Foto: gegi

 

 

Natürlich begrüßt auch Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon die Entscheidung. „Der jahrzehntelange Kampf gegen Fessenheim führt jetzt endlich zu einem Erfolg!“ Der Freiburger Gemeinderat hatte zuletzt mit einer einstimmig verabschiedeten Resolution im April 2011 die Stilllegung des ältesten  französischen Rektors gefordert, der nur rund 25 Kilometer von Freiburg entfernt liegt. „Der Staatspräsident hat sein Versprechen aus dem Wahlkampf
gehalten und jetzt einen verbindlichen Termin für die Stilllegung genannt. Das ist deutlich mehr, als bisher von früheren Regierungen zu hören war“ stellt Salomon fest. Für die Menschen am Oberrhein gebe damit ein verbindliches Datum, bis wann die Forderungen nach einer Abschaltung auch erfüllt werden. „Wir können jetzt nur hoffen, dass in den kommenden vier Jahren bis zur Abschaltung nichts Schlimmes passiert“ sagt der Freiburger Oberbürgermeister. Denn nach den Störfällen insbesondere aus der jüngeren Vergangenheit sei es zunehmend schwerer gefallen, den Versprechungen der Betreibern und der französischen Atomaufsichtsbehörde zu vertrauen, dass der Reaktor am Rhein sicher sei. Ausdrücklich dankt OB Dieter Salomon den Bürgerinitiativen, Naturschutzverbänden – stellvertretend dem BUND – , den Parteien sowie vielen für Natur und Umwelt engagierten Bürgerinnen und Bürger für ihr jahrzehntelanges Engagement gegen das AKW Fessenheim. Dieser andauernde, kraftvolle und von einer breiten Mehrheit getragene Protest führe nun zum Ziel. „Ich bin fest davon überzeugt, dass die breite Anti-AKW-Bewegung und das einstimmige Votum der Politik maßgeblich zu den heutigen Zusagen des Staatspräsidenten beigetragen haben.“ Hollandes Vorgänger Nicolas Sarkozy hatte noch im Präsidentschaftswahlkampf im Frühjahr 2012 für das AKW Fessenheim eine Laufzeit von 40 Jahren oder mehr in Aussicht gestellt.