Sportler zusammenbringen, Vereine unterstützen, Netzwerke aufbauen. Das wollen Julian Eckmann und Frederik Strelczuk. Dafür haben sie Yolawo entwickelt, eine digitale Plattform für Sportler. Das „Airbnb des Sports“ nennen sie das Konzept. Und schmieden große Pläne.

 

Vernetzer: Julian Eckmann und Frederik Frederik Strelczuk.

 

„Genau so etwas habe ich gesucht“, schwärmt Daniel Rath. Der 37-Jährige spielt seit einem Jahr mit Bekannten Basketball. Jeden Freitag, in der Wiehre. Vergangene Woche erstmals mit Yolawo-Vestärkung. Vier Leute haben sich angemeldet, sie waren wieder komplett.

 

12 bis 14 Leute sind in der Freizeitgruppe. Zehn brauchen sie für ein ordentliches Match. Doch oft kommen nur fünf bis acht Spieler. Also suchte Rath einen Weg, das Team aufzufüllen. Im Internet entdeckte er kürzlich Yolawo und war begeistert. Er konnte zwar noch kein eigenes Inserat erstellen, doch das übernahmen die Betreiber für ihn: Julian Eckmann (27) aus Freiburg und Frederik Strelczuk (28) aus Tübingen. Am 7. Mai sind die beiden offiziell mit ihrem Portal an den Start gegangen. Seitdem kann Rath seine Gesuche selbst posten.

 

Die Basketballgruppe aus der Wiehre ist kein Einzelfall, davon sind die Yolawo-Erfinder überzeugt. Aus ihrem Bekanntenkreis bekommen sie es immer wieder mit: Wer fürs Studium oder einen neuen Job umzieht, verliert oft den Kontakt zu Vereinen – und möglicherweise auch die Zeit. „Viele wollen trotzdem Sport machen, am besten mit anderen Leuten“, erklärt Julian Eckmann.

 

Aktiv: Yolawo bietet Mountabiketouren und vieles mehr.

 

„Wie kann man das vereinfachen“, fragten sich die beiden während des Studiums. Eckmann lernte BWL, Strelczuk Informatik. Über zwei Jahre entwickelten sie das Konzept für Yolawo und sind nun an den Start gegangen. Schon nach wenigen Tagen hatten sie 100 Nutzer auf der Seite. 50 haben bisher bei den Aktivitäten mitgemacht. Mehr als 30 Angebote gibt es. Tennis, Fahrradfahren, Workout …

 

Yolawo bietet viele Möglichkeiten: Wer eine Gruppe oder Sportart sucht, kann sich für Angebote anmelden. Wer selbst etwas anbieten möchte, kann inserieren. Und auch Vereine sollen ins Spiel kommen. „Die Auslastung vieler Sportanlagen ist nicht so hoch, Vereine suchen händeringend Mitglieder“, sagt Eckmann.

 

Karl-Heinz Lickert

Bestätigen kann das Karl-Heinz Lickert, Vorsitzender des Tennis-Club Grün-Weiß Kirchzarten. „Uns geht es wie anderen Vereinen auch: Hauptproblem ist die Mitgliedergewinnung“, sagt der 68-Jährige. Der Verein müsse sich öffnen. Über Yolawo kann man mittlerweile den Gäste-Tennisplatz des TC mieten. „Das ist ein moderner Weg“, sagt der 68-Jährige. Bisher sei eine Buchung über den anliegenden Campingplatz oder die Touristen-Information in Kirchzarten möglich gewesen. Etwa 100 Buchungen gab es 2016, bis zu 2000 Buchungen wären möglich.

 

Eckmann hat sein Studium abgeschlossen, Strelczuk ist fast fertig. Derzeit arbeiten sie in Vollzeit an ihrem Start-up. Noch sind alle Angebote kostenlos. Wobei auch Kostenpflichtiges angeboten werden kann – wie der Platz beim TC Grün-Weiß. Bis zum Sommer soll sich der Zugang ändern: „Wir wollen schnellstmöglich ein Bezahlmodell einführen“, sagt Eckmann.

 

Ihrer Idee trauen sie so einiges zu. „Bisher läuft im Sport noch vieles analog“, sagt Strelczuk. Man müsse sich das vorstellen wie eine Flugbuchung. Früher habe man Preise auf Seiten der Airlines vergleichen müssen. Heute bekomme man von Portalen die besten Angebote zum Vergleich. So wollen sie es auch für Sportler anbieten. Zunächst in Freiburg. Bald weit darüber hinaus.

 

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Text: Till Neumann, Bilder: Till Neumann & Yolawo