Seit Anfang Oktober kontrolliert jetzt der Freiburger Gemeindevollzugsdienst (GVD) die grünen Feinstaubplaketten an parkenden Autos. Für den fließenden Verkehr ist – seit der Einführung der umstrittenen Umweltzone Anfang 2010 – weiter die Polizei zuständig. Die aber macht so gut wie keine Plaketten-Kontrollen. 2011 ahndete sie drei Verstöße, im vergangenen Jahr 18. Und das ärgert die, die wie Jens Winkler, Geschäftsführer des Freiburger Entsorgungsbetriebs ARV Winkler, viel Geld in die Hand genommen haben, um den eigenen Fuhrpark umzurüsten.

Ohne wird‘s teuer: Grünes Licht fürs Parken in Freiburg gibt es jetzt nur noch mit der gleichfarbigen Feinstaubplakette.

 

„Wir haben 25.000 Euro in vier LKW und zwei PKW gesteckt, damit die die Plakette kriegen, und dann sehe ich hier seit Jahren fast täglich zum Beispiel die fahrenden Händler, die keine haben. Es kann doch nicht sein, dass die nicht kontrolliert werden“, sagt Winkler. Er finde es „wunderbar“, dass der GVD nun kontrolliert, „damit mehr Gleichbehandlung erreicht wird“.

 

Es werden indes auch weiter schadstoffreiche Autos in der Zone fahren, denn das Freiburger Rathaus hat seit Einführung der Umweltzone etwa 3200 Ausnahmegenehmigungen erteilt. Wer ohne diese oder eine Plakette erwischt wird, wird mit einem 40-Euro-Knöllchen belohnt. Kritik an den Kontrollen gab es vonseiten der Händler in der Innenstadt, da sie fürchten, dass viele Franzosen und Schweizer durch die drohenden Knöllchen vor einer Einkaufstour an den Stadttoren den Rückwärtsgang einlegen. Nach Erhebungen des GVD haben immerhin mehr als die Hälfte der französischen und fast drei Viertel der Schweizer Autos keine Plakette – was so verwunderlich nicht ist: Bei unseren Nachbarn gibt es keine Umweltzonen.

 

Auch im Freiburger Rathaus gibt es wegen der von der EU verordneten Umweltzonen keine Fangemeinde. Oberbürgermeister Dieter Salomon bezeichnete sie einst als „größten Blödsinn aller Zeiten“. Die umweltfreundliche Wirkung der Zonen ist stark umstritten. Doch die Landesregierung hatte Druck auf die Stadt ausgeübt, die sodann beim Regierungspräsidium einen Antrag auf Kontrolle des ruhenden Verkehrs gestellt und somit nun die härtere Gangart möglich gemacht hatte.

 

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Text & Foto: Lars Bargmann