Kein Stuhl, keine Lampe, kein Tisch sieht gleich aus. Beim Betreten des Fluxus wird klar: Das ist kein normales Restaurant. Im hinteren Teil ist eine Spielecke mit Sandkasten, Kuscheltieren und Büchern. Es gibt sogar ein altes Klavier. Seit dem 4. September befindet sich im E-Werk das Fluxus, das vor allem mit viel Liebe zum Detail punktet.

 

Inhaberin Claudia Held hat es sich in die Spieleecke bequem gemacht.

 

Eine große Eröffnungsfeier gab es nicht. Die Betreiber Claudia Held und Simon Rank wollten erst einmal leise eröffnen und dann schauen, wie sich alles entwickelt. „Man muss es einigermaßen drauf haben, um viele Menschen glücklich zu machen“, sagt die gebürtige Freiburgerin, „lieber erstmal klein anfangen.“

 

Klein, aber fein, ist auch die Speisekarte. Neben dem täglich wechselnden Mittagstisch gibt es keine feste, sondern eine monatlich wechselnde Abendkarte. Die Ausnahme: Jeden Freitagmittag gibt´s Fish´n Chips. Ansonsten findet man keine alltäglichen Gerichte auf der Karte. Hier treffen Nationalitäten aufeinander: Zander Bouillabaisse „Thai-Style“, Ochsenbacke im orientalischen Schmorfond und zum 100-jährigen Jubiläum der Oktoberrevolution Pelmeni mit Dill-Wildkräutersalat. Für die Zukunft planen Held und Rank weiterhin aktuelle Themen in die Gerichte einfließen zulassen.

 

Die europäisch-asiatische Küche ist durch die Mitarbeiter möglich. Laut der 41-Jährigen umfasst das Personal viele Nationalitäten und Generationen. „Das Ziel ist, dass alle mitmischen und jeder ein Gericht auf der Monatskarte kreiert. Dadurch ist sie ziemlich wild und bunt.“

 

Für die beiden Inhaber gab es natürlich ein Leben vor dem Fluxus. Rank hat die Bäder Gesellschaft in Baden-Baden geleitet. Als Betriebswirt kümmert er sich nun um die Büroarbeit und die Finanzen des Restaurants. Held arbeitete schon immer in der Gastronomie und hatte auch ein eigenes Café in der Unterwiehre: die Heldenbude. Sie ist für das Personal und die Deko zuständig.

 

Und die hat es in sich. Überall bunte Blumensträuße und viele Kleinigkeiten, die erst nach längerer Betrachtung auffallen, wie das Röntgenbild eines Bauches, in dem Besteck feststeckt. Im hinteren Bereich befindet sich neben dem Klavier auch eine E-Gitarre mit Verstärker. Abends können sich die Gäste gerne musikalisch austoben.

 

Bunte Leichtigkeit findet man im Fluxus an jedem Tisch.

 

Selbst auf der Toilette wird Kunst gemacht, sogenannte Kunst im Klo, kurz KIK. Anstatt „illegaler“ Beschmierungen wird man hier dazu aufgefordert sich zu verkünsteln. „Es ist witzig, wenn man es den Leuten erlaubt“, meint Held, „dann drücken sich die Leute positiv aus anstatt irgendeinen Mist zu schreiben.“

 

Dagegen wirkt die Terrasse etwas ernüchternd. Aber im nächsten Jahr hat das Fluxus-Team vor, sie hübsch zu gestalten. Geplant ist auch eine Sause im Januar. Vielleicht als eine Art Eröffnungsparty, vielleicht unter einem ganz anderen Motto. Man wird´s sehen.

 

Bis dahin haben Held und Rank vor allem vor, ihr Restaurant mit Leben zu füllen: „Unser Anspruch ist die Liebe zum Detail, aber auch die Liebe zum Gast. Das bedeutet für uns Fluxus.“

 

 

Info

Fluxus
Eschholzstraße 77, Freiburg
Tel. 0761/76666811
www.fluxus-freiburg.de

 

Text: Annkathrin Pohl / Fotos: © Claudia Held; Annkathrin Pohl