„Wir wollen eine internationale Stadt sein.“ Bernd Dallmann, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH, freute sich bei der Bekanntgabe der Tourismuszahlen für 2013 vor allem darüber, dass der Anteil der ausländischen Gäste immer mehr zulegt. Waren es 1993  noch 22,8 Prozent und zehn Jahre später 25,8 Prozent, so ist heute schon mehr als  jeder dritte Besucher nicht in Deutschland zuhause.

 

Insgesamt sackte die Zahl der Übernachtungen indes leicht um 1,2 Prozent auf 1,387 Millionen ab. Das liegt nicht an der Hotellerie, die leicht auf 1,026 Millionen zulegte, sondern an einem kräftigen Minus von 7,4 Prozent oder 28.700 in Schulungseinrichtungen, Jugendherbergen und vor allem der Polizeiakademie, die Freiburg 2016 wohl verlassen wird – was Dallmann als „schmerzhaft“ bezeichnete. Allein in der Akademie fehlten statistisch 17.000 Gäste.

 

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Freiburg zeigte sich 2013 dennoch als robuste Tourismus-Destination – der lange Winter, das verregnete Frühjahr, die Umweltplakette – all das konnte der Stadt wenig anhaben. Das städtische Abkassieren bei ausländischen Plakettensündern empfinde Dallmann allerdings „als unfreundlichen Akt gegenüber Nachbarn“.

 

Trotz 80 neuer Betten blieb die Auslastung in den 62 Beherbergungsbetrieben nahezu gleich (-0,1 auf 56,2 Prozent). Das ist besser als in Stuttgart, in Heidelberg oder in Baden-Baden und liegt auch deutlich über dem Landesdurchschnitt (40,2 Prozent). Weil Freiburg immer mehr Gäste anzieht: 717.400 Menschen kamen in die Stadt, so viele wie noch nie. 2003 waren es 461.305.

 

Der Anteil der ausländischen Übernachtungen stieg um 7,3 Prozent auf 473.500. Wer weiß, dass Ausländer etwa doppelt so viel Geld ausgeben wie deutsche, der muss als Wirtschaftsförderer damit „sehr zufrieden“ sein. Vor allem wegen den exzellenten Gesundheitsangeboten strömen mehr Russen (+23 Prozent auf 25.154) und Araber (+22,1 auf 14.444) in den Breisgau. Die mit 28,2 Prozent (auf 11.357) höchste Steigerungsquote in den Top Ten der Ausländer ging aber aufs Konto der Israelis.

 

Text: Lars Bargmann