Es ist ein durchaus spektakulärer Entwurf, den das Freiburger Büro Böwer, Eith, Murken für die neue Bebauung des alten Postareals an der Bahnhofsmeile vorgelegt hat: Die Architekten haben den von der STRABAG Real Estate GmbH ausgelobten Wettbewerb gewonnen und werden mindestens auch das Gebäude neben dem derzeit schon in die Höhe wachsenden EmbeX-Haus federführend begleiten.

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„Der Mut der Freiburger Architekten ist vom Preisgericht belohnt worden“, sagt STRABAG-Bereichsleiter Martin Lauble. Mutig war etwa, bei einem von insgesamt sieben durchaus markanten Gebäuden aus der vorhandenen Höhenlinie entlang der Heinrich-von-Stephan-Straße auszubrechen. Ambitioniert ist zudem die Freiflächenplanung im verkehrsberuhigten Quartier, die gestaltete Plätze zu den Themen Wasser, Wald und Felsen umgreift, und auch das energetische Konzept.

Dem Architekten Lauble ist all dies und die Gebäudesprache wichtig, noch wichtiger aber ist dem Mann der Mehrwert, den die künftigen Nutzer der insgesamt 46.000 Quadratmeter großen Dienstleistungs- und Gewerbeflächen haben könnten: So ist – im von der inneren Magistrale zur Straße hin getrennten und daher ruhigeren hinteren Bereich – eine viergruppige Kita mit Freifläche geplant; die Ansiedlung von kleinem Einzelhandel, einem Friseur, vielleicht einem Reisebüro; einer auf den Mittagstisch ausgerichteten Gastronomie, einer Espresso-Bar, das Anlegen von Kommunikationsplätzen und auch solchen, die eher zum stillen Entspannen sind. Das Konzept ist „made in Freiburg“. Die STRABAG, sehr erfahren im Entwickeln gemischt genutzter Gewerbeimmobilien, will am Postareal „damit punkten, dass die Unternehmen hier für ihre Mitarbeiter vieles direkt vor Ort anbieten können.“

Zudem befindet sich Lauble in Gesprächen mit einer Hotelkette, die im ersten von vermutlich vier Bauabschnitten mindestens 120 Zimmer einrichten will. Alle Gebäude werden mit dem energetischen Standard des benachbarten EmbeX-Hauses gebaut, das von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen mit der Silbermedaille ausgezeichnet werden wird. „Mit dem EmbeX-Haus haben wir die Latte hoch gelegt, das ist uns Ansporn genug; wenn möglich, wollen wir noch besser sein“, sagt der Bereichsleiter.

Im Herbst geht der Bebauungsplan in die Offenlage. Schon 2015 könnten die ersten Mieter einziehen. Zweifel, dass der Markt ein so großes Projekt gar nicht absorbieren könnte, hat Lauble nicht: „In Freiburg stehen rund vier Prozent der Gewerbeflächen leer. Das ist ein bundesweiter Spitzenwert. Und gerade die Bahnhofsachse hat eine enorme Anziehungskraft.“

Tatsächlich entwickelt sich diese mit Business Center x-Press, Inter Chalet, EmbeX-Haus, dem Postareal peu à peu zur STRABAG-Achse. Die Liste der Jasager zu dieser neuen Dienstleistungsmeile ist – vom Bahnhof beginnend und am Victoria-Haus endend – schon ellenlang. Bei Lauble im Schreibtisch liegt übrigens bereits das nächste Projekt an der Meile: Unter dem Arbeitstitel „Schnewlin 12“ wartet ein wahrlich beeindruckendes Gebäude darauf, das Licht der Öffentlichkeit zu erblicken. Vom simplen „quadratisch, praktisch, gut“ ist auch dieses Haus weit entfernt.

Text: Lars Bargmann / Foto: Neithard Schleier