Politischer Akt oder Possenstück? Im Rahmen eines “KuCa-Aktionstages” haben offenbar Studenten der Pädagogischen Hochschule Freiburg und Anhänger des Studententreffpunktes “KuCa” (steht für KulturCafe) heute Mittag das alte Bahnhofsgebäude in Littenweiler bezogen. Grund dafür sei der beschlossene Abriss der Räumlichkeiten, in denen sich seit mehr als einem Jahrzehnt PH-Studenten treffen, um dort bei Kaffee und Keksen zu lernen und sich vom Studienstress zu erholen. Die Personen, die sich derzeit im und ums Haus aufhalten, sprechen zwar von einer Besetzung, ganz korrekt ist das laut Polizei allerdings nicht.

 

“Das ist deren Wortwahl – polizeilich gilt das Haus noch nicht als besetzt”, erklärt Polizeisprecher Karl-Heinz Schmid, “noch handelt es sich hier um eine Veranstaltung mit politischem Charakter.” Erst wenn etwa jemand einen Strafantrag wegen Hausbesetzung stellen würde, gelte das Haus als besetzt. Die Polizei würde daher zunächst einmal in beobachtender Position verharren und abwarten.

 

Derweil stellen die vermeintlichen Besetzer bereits Forderungen: “Ein geeignetes Ersatzobjekt, welches die Büros der Studierendenvertretung mit dem selbstverwalteten KuCa sowie Lernräumlichkeiten unter einem Dach verbinden würde und ab dem Zeitpunkt des KuCa-Abrisses bezogen werden könnte, wurde bisher noch nicht in Aussicht gestellt. Die Besetzer*innen fordern deswegen die Stadt Freiburg auf, den Studierenden der PH Freiburg das Bahnhofsgebäude in Freiburg-Littenweiler für ein neues KuCa zur Verfügung zu stellen.” So heißt es in einem Schreiben des Unabhängigen Studentenausschusses (USTA) der PH an die Medien.

 

Desweiteren wird in dem offenen Brief zu einer Rundumschelte gegen die Freiburger Baupolitik ausgeholt, wie auch dieses Zitat einer (fast) namenlos bleibenden Studentin signalisiert: „Das mit dieser Besetzung neben der Verbots- und Hinhaltetaktik der Stadtverwaltung auch die Wohnraumpolitik der Stadt Freiburg kritisiert und mehr wirklich sozialer und bezahlbarer Wohnungsbau insbesondere für Menschen in prekären Verhältnissen gefordert wird, ist doch sonnenklar. Wenn sich hier nichts ändert werden Besetzungen in Freiburg bald wieder auf der Tagesordnung stehen.“, bewertet die Studentin Elena H. abschließend die Situation.