Wenn es der Region gut geht, haben die Banken meist auch Gutes zu berichten, sagt Uwe Barth, der Vorstandssprecher der Freiburger Volksbank. Und hat in seiner Bilanz für 2013 eine ganze Reihe dicker Plus-Zeichen. Die hat die genossenschaftliche Bank vor allem der hohen Kreditnachfrage für Immobilieninvestitionen zu verdanken.

Gesamtvorstand_Volksbank

 

Die Volksbank-Kunden investieren in Sachanlagen, in den Bau, die Sanierung oder den Kauf von Wohnimmobilien – keine große Überraschung angesichts der spärlichen Zinsen, die sie fürs Geld derzeit bekommen. Von einem überhitzten Immobilienmarkt oder einer Blase will Barth nichts wissen: Er mache sich keine Sorgen, dass es zu einer Krise wie in Spanien oder den USA kommen könne, dagegen spreche schon allein die deutsche Mentalität. Und in Freiburg gebe es gesunde Finanzierungsstrukturen – wer hier investiert, habe meist ein hohes Eigenkapital in der Hand.

 

Das gleiche gilt für die regionalen Unternehmen: Deren Kredite sind um 3,67 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro gestiegen. Die Dienstleistungsregion Freiburg hat von der steigenden inländischen Nachfrage profitiert und fleißig investiert. Doch auch hier sei die Eigenkapitalquote solide und von 7,5 Prozent im Jahr 2001 auf 25,5 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen. „Der Mittelstand hat seine Hausaufgaben gemacht“, freut sich Barth, der dadurch nur eine geringe Ausfallquote im Kreditgeschäft hat.

 

Die Kunden bauen, sanieren, konsumieren und investieren, nur eines tun sie nicht: sparen. Zwar seien die privaten Einlagen der Sparer um rund drei Prozent gestiegen, sodass die bilanziellen Einlagen auf 2,07 Milliarden Euro gestiegen sind, die Sparquote der Deutschen habe sich im vergangenen Jahr aber verringert. „Das kann einem ein bisschen Sorgen machen“, meint Barth im Hinblick auf die Altersvorsorge, „man sollte sich auf die gesetzliche Rente nicht verlassen.“

 

Der anhaltende Niedrigzins hat nicht nur für die Sparer negative Konsequenzen, auch die Volksbank rechnet in den nächsten Jahren mit rückläufigen Zinsergebnissen. Die für sie wichtigste Ertragsquelle hat zwar in diesem Jahr noch gesprudelt und 54,6 Millionen Euro ausgespuckt, der Anstieg des Zinsertrags um sechs Prozent sei jedoch allein dem guten Wachstum im Kundengeschäft zu verdanken gewesen.

 

Den Einnahmen standen 2013 Verwaltungskosten von 48,6 Millionen gegenüber, die – trotz neuer SB-Geschäftsstelle in den Westarkarden – konstant geblieben sind. Das Betriebsergebnis liegt unterm Strich bei 26,4 Millionen – 10,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

 

Tanja Bruckert

 

Die Bilanz 2013 in Zahlen: (Vergleich zu 2012 in Klammern)

 

Bilanzsumme: 2,65 Mrd. Euro (+205 Mio. Euro)

Kundenvolumen: 4,82 Mrd. Euro (+303 Mio. Euro)

Davon Kredite: 1,57 Mrd. Euro (+63 Mio. Euro)

Davon Einlagen: 2,07 Mrd. Euro (+199 Mio. Euro)

Betriebsergebnis: 26,4 Mio. Euro (+2,5 Mio. Euro)

Ertragssteuern: 9 Mio. Euro (+0,2 Mio. Euro)