Mit 123 Für- und 30 Gegenstimmen ist eine Rollsport- und Rollstuhlsporthalle eines der meist diskutierten Themen im Onlineforum für den Freiburger Beteiligungshaushalt. Jetzt prüft das Rathaus, wie behindertengerecht die Freiburger Sportstätten sind. Und ob eine Skaterhalle an die neue Eissporthalle angedockt werden könnte.

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Lothar Aßmann und Dirk Müller vom Vorstand des Rollsportclubs Breisgau Beasts hatten den Stein ins Rollen gebracht. Auf Anfrage der Grünen-Fraktion hat sodann Sportbürgermeister Otto Neideck (CDU) zugesagt, dass das städtische Gebäudemanagement und das Sportreferat alle Hallen auf ihre Eignung für den Behindertensport prüfen. Zudem will die Stadtverwaltung eine neue Halle am Gewerbeschulzentrum an der Bissierstraße barrierefrei bauen.

„Wir suchen eine Halle, in der die Rollstuhlsportler zu geeigneten Zeiten trainieren können“, sagt Michael Weymann, Sportkoordinator beim Ring der Körperbehinderten in Freiburg. Und wenn die Prioritäten in der neuen Halle so gesetzt würden, dass der Rollstuhlsport zuerst seine Trainingszeiten festlegen könne, „sind wir mit dieser Lösung zufrieden“.

Für Dirk Müller ist es eine Selbstverständlichkeit, dass neue Sporthallen barrierefrei gebaut werden. Die Probleme für die Beasts, die neben Rollstuhlhockey auch Rollsportarten wie Skaterhockey und Rollerderby anbieten, lägen tiefer: Viele Anlagen seien „lediglich auf dem Papier behindertengerecht“. In der Sepp-Glaser-Halle im Rieselfeld etwa ist die Zuschauertribüne nur über einen Aufzug zu erreichen; vor der Emil-Gött-Halle in Zähringen müssten die Rollstühle auseinandergebaut und hineingetragen werden; in der Albert-Schweitzer-Schule in Landwasser sei der Einlass durch die Kabinen zu eng, und in der Zähringer Jahnhalle schließlich das Spielfeld nur über einen Aufzug zu erreichen. „Was passiert hier, wenn man die Spielfläche evakuieren muss“, fragt Aßmann. Selbst wenn man nicht vom Schlimmsten ausgehe, „ein Rollstuhlturnier ist hier undenkbar. Es würde 45 Minuten dauern, um zwei Mannschaften mit dem Aufzug aufs Spielfeld zu bringen.“

Die Vision der Beasts: Eine Heimat für alle Sportler auf Rollen, von den Rollstuhlfahrern bis hin zu den Skatern. Ein Architekt des Vereins hat ausgerechnet, dass eine Halle dafür in der einfachsten Ausführung anderthalb bis zwei Millionen Euro kosten würde. Günstiger wäre ein Anbau etwa an die neue Gewerbeschulhalle – der ist aber aus Platzgründen schon wieder vom Tisch. Eine weitere Option ist ein Anbau an die geplante Eissporthalle. Im Auftrag des Gemeinderats prüft das Rathaus momentan, inwiefern sich dadurch der Bedarf des Roll- und Rollstuhlsports decken ließe. Ob solch ein Anbau dann aber auch von der benötigten Fläche und den Kosten her realisierbar ist – das wird erst am Ende der Standortsuche feststehen.

Text & Foto: Tanja Bruckert