Investor arbeitet an einer verträglichen Variante

Vier Mehrfamilienhäuser mit bis zu sechs oberirdischen Geschossen – diese Pläne hegte die LF Grundstücksverwaltung GmbH & Co. KG für das ehemalige Steinbruchgelände an der Mercystraße. Das hatte das Freiburger Stadtmagazin chilli unlängst exklusiv berichtet. Nun sind die Pläne erst einmal vom Tisch, wie das städtische Baurechtsamt auf Anfrage mitteilt. Doch es gibt schon ein neues, millionenschweres Projekt auf dem beliebten Lorettoberg.

Steinbruch bleibt vorerst Steinbruch:  Der Investor aus dem Umfeld der „Kiesbarone" muss seine Neubaupläne nun mehr der Umgebung auf Freiburgs Villenberg anpassen.

 

Eine positive Entscheidung für die Bauvoranfrage an der Mercystraße sei nicht möglich gewesen, das habe man dem Bauherrn kommuniziert, sagt Rathaussprecherin Edith Lamersdorf. Der wolle jetzt an einer architektonisch verträglichen, sich wirtschaftlich tragenden und baurechtlich zulässigen Lösung arbeiten. Für das fragliche Gebiet gibt es keinen Bebauungsplan. Deshalb basiert das Nein der Stadt auf Paragraf 34 des Baugesetzbuches, nach dem das Bauvorhaben nach der Umgebungsbebauung beurteilt werden muss.

 

Legt der Antragsteller ein neues Modell für sein Projekt auf Freiburgs Villengipfel vor, muss auch das wieder das baurechtliche Verfahren durchlaufen. Dass es still geworden war um die geplanten Mehrfamilienhäuser, die zudem zweistöckig unterkellert werden sollten, bestätigt auch der Freiburger Rechtsanwalt Alexander Simon, der rund zehn Anwohner vertritt. „Seit ich meine Einwendungen vorgebracht habe, habe ich nichts mehr gehört“, sagt Simon. „Vermutlich ist dem Antragsteller klar geworden, wie mutig sein Antrag war, und er überdenkt das Ganze jetzt erst mal.“

 

Für die Westseite des Lorettobergs im Bereich der Kreuzkopfstraße hat die Stadt einen Bebauungsplan aufgestellt. Anlass waren unterschiedliche Bauvorhaben, die aufgrund ihrer Größe, Positionierung oder anderer Gesichtspunkte nicht mit der vorhandenen Struktur vereinbar gewesen wären. Eines davon ist das Projekt Kreuzkopfstraße 23. Hier steht bereits ein Gebäude in zweiter Reihe. Das soll laut Baurechtsamt abgerissen und in gleicher Größe neu gebaut werden. Davor sei ein neues Projekt geplant, bestätigt Lamersdorf die chilli-Informationen, wonach ein Unternehmer aus dem Raum Frankfurt hier zwei neue Gebäude plant, eines vorne an der Straße, eines am Hang, mit einer unterirdischen Autozufahrt für sich selbst. Ein millionenschweres Projekt. Der Investor ließ die chilli-Anfragen unbeantwortet. Der Bauantrag befindet sich derzeit im Verfahren und sei im Vorfeld bei mehreren Gesprächen mit dem Baurechtsamt und dem Stadtplanungsamt abgesprochen worden. Die gefundene Lösung, so Lamersdorf, würde den Vorschriften des Bebauungsplans entsprechen, wenn dieser verabschiedet werden würde. Auch der Bürgerverein sei über dieses Projekt informiert worden.

 

Text: Claudia Füßler / Foto: Lars Bargmann