Der ohnehin schon ebenso bekannte wie kriminelle Freiburger Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi (im Herbst vor dem Kölner Landgericht zu sechs Jahren Knast verurteilt) wird noch bekannter: Nachdem wir bereits im Juni berichtet hatten, dass Arne Birkenstock, Sohn eines Beltracchi-Anwalts, einen von der Film- und Medienstiftung NRW und vom Bund mit 375.000 Euro geförderten Dokumentarfilm über den Bildbetrüger machen wird, soll nun auch noch eine Komödie fürs Kino produziert werden. In Hollywood ist Beltracchi indes schon bekannt:


Komiker Steve Martin hatte 2004 einen falschen Campendonk (Landschaft mit Pferden) für 700.000 Euro bei einer Pariser Galerie gekauft. Nun wollen die Produzenten Ulrich Lenze (Cinecentrum) und Ulrich Limmer (Collina Film) den vermutlich größten Kunstfälscherskandal Europas als Komödie drehen und im kommenden Jahr ins Kino – und anschließend in die Wohnzimmer – bringen. Limmer, Autor der Dietl-Satire „Schtonk“, schreibt auch das Drehbuch.

Die reale Hauptfigur lehnt das Unterfangen ab: Die Komödie „würde gegen unseren Willen entstehen“, ließ er seine ebenfalls verurteilte Frau Helene unlängst mitteilen. Warum wohl? Die Beltracchis wollen offenbar Zugriff auf die Inhalte – und die Moneten haben: Sie stehen nämlich eigenen Angaben zufolge selber kurz vor dem Vertragsabschluss mit zwei großen Häusern für eine internationale Kinoproduktion. Hier wollen sie mitwirken. Hier würden sie mitverdienen. Die Beltracchis sollen mit den Falsifikaten mindestens 16 Millionen Euro kassiert haben, um sich ihr Luxusleben zu finanzieren. Wo das ganze Geld hin ist, wurde vor Gericht nicht geklärt.

Text: Lars Bargmann / Foto: dapd