Woher kommen die Freiburger Weihnachtsbäume? Natürlich aus der Nähe von St. Nikolaus. Dort hat jedenfalls Landschaftsgärtner Andreas Göppner rund 2000 Fichten, Blautannen und Nordmanntannen angepflanzt. In seiner Baumschule werden die jungen Gewächse zu echten Christbäumen ausgebildet, die dann an seinem Stand an der Basler Landstraße verkauft werden. Ab wann ein Baum für den Arbeitsmarkt bereit ist und warum Freiburger eine Tanne von hier kaufen sollten, hat der erste Vorsitzende des Freiburger Christbaum-Vereins dem chilli verraten.

 

„Die Kolonie am Tuniberg ist ein Versuch – ich will hier Bäume auf die ökologische Tour großziehen. Wenn man heute in den Baumarkt geht, um einen Baum zu kaufen, kann man fast sicher sein, dass bei der Aufzucht jede Menge Pestizide verwendet werden. Natürlich wachsen diese Bäume dann schneller und kontrollierter, aber unter Umständen stinken sie auch, wenn sie im Wohnzimmer mal warm werden. Außerdem kann man bei einem Baum aus der Region sicher sein, dass er frisch geschlagen wurde und nicht einen langen Transportweg hinter sich hat und deswegen am Heiligen Abend schon ohne Nadeln dasteht.

 

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Andreas Göppner inmitten seiner Tannen. Bild: Privat.

 

Hier ist alles Natur pur : Für das Unkraut sind Donna, Frieda und Anton zuständig. Das sind unsere drei Shropshire-Schafe, eine englische Rasse, die nicht an Pflanzen geht. Allerdings ist der Boden am Tuniberg auch nur bedingt geeignet. Die Nordmanntannen, die für Weihnachtsbäume am meisten gefragt sind und die mehr Pflege benötigen, wachsen hier sehr langsam. Bis die zwei Meter groß sind, vergehen schon mal zehn Jahre oder mehr.

 

Ob ein Baum zum Christbaum taugt, hängt vom Wuchs ab. Es gibt die teureren Einser-Bäume, die sind rundum üppig und gleichmäßig bewachsen. Und es gibt die Zweierbäume. Die verkaufen sich auch gut, schließlich brauchen viele Leute einen Baum, der genau bei ihnen in die Ecke passt. Aber es gibt auch hoffnungslose Fälle, aus denen man höchstens noch Deko-Reisig machen kann.

 

Die Weihnachtszeit ist für mich eine spezielle Zeit. Bis Heiligabend verkaufe ich jährlich bis zu 800 Bäume. Die günstigsten gibt‘s ab zehn Euro, der teuerste war mal eine 24 Jahre alte und acht Meter hohe Nordmanntanne, die eine Firma für 280 Euro erstanden hat. Ab dem 1. Dezember schlafe ich – seit mir vor vier Jahren einmal 30 Bäume geklaut wurden – mit meinen Hunden im Bauwagen bei meinem Verkaufsstand. Die meisten Menschen mit denen man zu tun hat, sind aber nett – fast alle, die bei mir kaufen, sind Stammkunden. Es gibt natürlich auch ganz spezielle, die meinen, ich sei ein „Baum-Töter“. Die können gerne mal bei mir am Stand auf ,nen kostenlosen Glühwein vorbeikommen, dann erkläre ich denen, wie das mit der Aufforstung funktioniert.“

 

Text: Felix Holm

 

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