Wer nichts wird, wird Wirt“, so lautet ein alter Schenkelklopfer, der dann meist von einem „und ist ihm das nicht gelungen, so macht er in Versicherungen“, gefolgt wird. Einer, der offenbar für beides zu blöd ist, saß Mitte Januar in Freiburg vorm Kadi. Matthias L. (Namen geändert) hatte seit 2003 bereits sieben Einträge im Strafregister vorzuweisen – alle wegen Betruges. Da er aufgrund finanzieller Schwierigkeiten selbst keine Konzession erhielt, pachtete sein Bruder Markus L. eine Gaststätte im Freiburger Westen, die Matthias L. dann bewirtschaftete.


Ungeachtet seiner Vorstrafen und der Tatsache, dass er gerade auf Bewährung frei und noch in ein laufendes Verfahren wegen Betruges verwickelt war, kam Matthias L. auf die Idee, seine Einkünfte durch den Verkauf von Versicherungen aufzupäppeln. Er verpflichtete seine Mitarbeiter, Verträge für eine betriebliche Altersvorsorge zu unterzeichnen, die er mit der gefälschten Unterschrift seines Bruders als Versicherungsvermittler gegenzeichnete und bei der Schweizer Gesellschaft vorlegte. Die zahlte daraufhin eine Provision von 6800 Euro auf das Konto von Markus L., zu dem Matthias L. ebenfalls Zugang besaß. Letzterer bediente sich am frischen Geld, die Versicherung erhielt nie eine Zahlung.

„Ich glaube, dass sie Märchen erzählen“, kommentierte der Richter das Geständnis des Angeklagten. Da L. aber in der Zwischenzeit wegen eines anderen Betrugsdeliktes bereits im Gefängnis saß, kam er bei seinem achten Fall wieder einmal mit Bewährung davon – dieses Mal mit elf Monaten. Bis bald.

Text: fho / Foto: ddp