Man muss das Genre mögen. Sonst müsste man schon nach wenigen Seiten das Buch zuklappen. Ein Klischee jagt das andere, liebevoll und detailgetreu werden Region und „Städtle“ beschrieben. Da gibt es Windräder und Esoteriker, grüne Spießer, die in der Wiehre Bäume umarmen, einen durchtriebenen Bürgermeister, dicke Frauen, die Zumba tanzen, und mittendrinnen die immer noch vorzeigbare, dem Rioja-Wein und feurigen Spaniern nicht abgeneigte Journalistin Katharina Müller (bei der man unvermittelt an die Freiburger Kommissarin Louise Boni des Erfolgsautors Oliver Bottini denken muss). Ein paar Kräuter der Provinz, ein Schuss badische Selbstzufriedenheit, ein bisschen Mord, Intrigen, Sex, herumrühren – fertig ist der Regio-Krimi.

 

Wenn man das mag, dann ist das Buch eine vergnügliche und sogar spannende Angelegenheit. Die in Freiburg gebürtige Wehrle bricht zwar nicht die Klischees, doch immerhin spielt sie damit. Die Dialoge sind mitunter zwar etwas einfältig, doch die Story, die um einen komplett überschätzten Künstler, einen Kritiker, infantile Farbkleckse und den Mordversuch an einer hübschen Studentin kreist, ist durchaus gut komponiert.

 

Und wieder muss die Journalistin ihrem Freund Kommissar Weber helfen. Wehrles erster Roman hat sich gut verkauft, so wird der dritte wohl nicht lange auf sich warten lassen. Freiburg mag so etwas.

 

Text: dob

 

Buch-Tipp: Bächle, Gässle, Künstlerpech

 

 

 

 

Ute Wehrle
Bächle, Gässle, Künstlerpech
256 Seiten, Taschenbuch
Emons Verlag, 2015
9,90 Euro