Die in Freiburg neu gegründeten Lamakat GmbH, Luftschloss GmbH und schwereLos GmbH bekommen keine Förderkredite von der Landesbank, um mit diesen ihre drei Mietshäuser auf den Gutleutmatten zu bauen. Sie hätten „nicht die geringste Bonität“ und seien daher nach einer neuen Vorschrift aus dem Wirtschaftsministerium nicht förderfähig. Mit dieser „unglaublichen Botschaft“, so der Projektberater Stefan Rost, kehrte jetzt eine Delegation des „3HäuserProjekts“ von einer „Geisterfahrt“ nach Karlsruhe zurück. Finanzbürgermeister Otto Neideck sagte zu, bei der Landesregierung zu intervenieren. Wie es weitergeht, ist aber völlig offen.

In Gefahr: Für die drei Bauprojekte auf den Gutleutmatten gibt es derzeit keine Fördermittel.

 

Die Projekte stecken in der Zwickmühle: In der Bewerbung auf die Grundstücke hatten sie sich verpflichtet, geförderte Mietwohnungen mit einer Sozialbindungsdauer von 55 Jahren zu bauen und dafür Förderkredite des Landeswohnungsbauprogramms in Anspruch zu nehmen. Die aber gibt es nun gar nicht, weil die L-Bank offenbar nur noch mit finanzstarken Kreditnehmern, am besten mit großem Wohnungsbestand, abschließt.

 

Von insgesamt 42 Wohnungen sollen 32 als geförderte mit Quadratmetermieten zwischen 7 und 7,50 Euro entstehen. Neun Millionen Euro will das 3HäuserProjekt dafür in die Hand nehmen. Drei Millionen kommen aus eigenen Mitteln, sechs Millionen sollen durch Kredite finanziert werden, davon 4,2 Millionen über die L-Bank. Im August sollten die Bagger rollen. Das war zumindest der Plan.

 

„Es ist skurril, dass das Land diese neuen Vorschriften nirgendwo veröffentlicht und auch die Freiburger Ämter davon nichts wussten“, sagt Rost. Er fordert vom Land eine Lösung für das Dilemma, in das auf den Gutleutmatten noch mehrere Projekte gezogen werden könnten.

 

Dabei war es gerade auch ein Ziel des Rathauses, auf der neuen Innenentwicklungsfläche in Haslach einige Grundstücke an kleinere Hausprojekte oder Genossenschaften zu vergeben. Die Förderpolitik konterkariert das.

 

„Wir gehen davon aus, dass die L-Bank ihre Position ändern könnte und arbeiten nun politisch darauf hin“, sagt Rost. Ein Verzicht auf die zinslosen Förderkredite sei nicht möglich, da nur so angesichts der hohen Bau- und Grundstückskosten und ökologischen Standards bezahlbare Mietwohnungen errichtet werden können.

 

„Wir stehen mit der L-Bank in engem Kontakt, und es wird im Januar ein Treffen geben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine Anweisung der Landesregierung ist, kleine Projekte nicht mehr zu fördern“, sagt Liegenschaftsamtsvize Michael Hogenmüller. Von neuen Bonitätsanforderungen habe man „nichts gewusst“.

 

Der Stadt sei nicht nur auf den Gutleutmatten daran gelegen, Flächen an kleinere Interessenten zu vergeben. Wenn die L-Banker in Karlsruhe Recht behalten, wäre das – zumindest im Rahmen des Landeswohnraumförderprogramms – gar nicht mehr möglich.

 

Text: Lars Bartmann / Visualisierung: © 3HäuserProjekt