Während Steven Wilson derzeit an Soloprojekten arbeitet und Bands wie King Crimson, Jethro Tull oder auch Tears for Fears ein neues klangliches Gewand verpasst, könnte man sich fragen, was seine Band Porcupine Tree musikalisch so macht. Bei Gavin Harrison fällt die Antwort leicht: Der Mann hat in den vergangenen fünf Jahren an einem eigenen Solo-Album gebastelt.

 
Bei „Cheating The Polygraph“, das hierzulande Mitte April in die Regale kommt, handelt es sich zwar um acht alte Songs von Porcupine Tree, die aber mit den ursprünglichen nahezu nichts mehr gemein haben. Harrison legt hier ein lupenreines Fusion-Jazz-Album vor.

 
Zwiespältiges Projekt
Und um das gleich klarzustellen: „Cheating The Polygraph“ ist wohl ausschließlich etwas für Jazz-Liebhaber oder Porcupine-Tree-Fans. Die einen machen sich vielleicht einen Spaß draus zu erraten, welchen alten Song Harrison gerade am Wickel hat. Die anderen schert die mangelnde Kenntnis nicht, die wollen einfach Spaß am Jazz haben – und den können sie haben.

 
Alles in allem ein zwiespältiges Album, das sicher für manche nicht uninteressant ist, aber für den Großteil keine wahnsinnig gelungene Interpretation ist. Wer in das Album reinhören möchte, dem sei „Hatesong“ zu empfehlen, die gelungenste Inszenierung, und noch recht nah am Original „Halo“.

 
Text: eMBe