Herrlich eigenwillig

Der Nachbar kommt rein, „geile Musik, wer ist das?“ Der Brother aus Hamburg ist zu Besuch: „Ist das Jackson Jones?“ Nein, es ist regionaler, es ist das Debütalbum der Brothers of Santa Claus – aus Freiburg. Produziert von Zeus B. Held. Das Ende September von den Jazzhaus Records auf den Markt gebracht wird.

 

Der Erstling beginnt mit dem eindringlichen Singer-Songwriter-Stück „Brother“, atmosphärisch, von Akustikgitarren umströmt. Aber auch mit Stromanschluss wie bei „New Tagivan“ oder „Tomcat“ klingen die Freiburger schon erstaunlich reif, herrlich eigenwillig, nie langweilig – höchstens mal tiefsinnig oder auch verträumt wie bei „Interlude“, das in einem Treppenhaus aufgenommen ist.

Cover_Brothers-of-Santa-Claus_1

 

Die fünf Musiker Maximilian Bischofberger, Bela Hagel, Jan Horst, Simon Heitzler und Francesco Rezzonico haben es minimalistisch drauf, können aber auch Elektro, Spielarten des Pop, soulige und groovige Sequenzen. Über dem Ganzen schwebt, zuweilen fast schüchtern, melancholisch und dann wieder sehr ausdrucksstark und klar, die Stimme von Bischofberger.

 

Fast alles gemeinsam zu haben ist in „Snowstorm“, der sich nach einer elegischen Eröffnung zum Ende dramatisch wendet. Man könnte das als Indie bezeichnen. Von der inneren Haltung der Brothers of Santa Claus ist es das allemal. Ein sehr starkes Debüt.

 

Text: Lars Bargmann

 

Brothers of Santa Claus
Navigation
Jazzhaus Records