Am 20. September feierte der neue Range Rover Sport (RRS) seine Deutschlandpremiere. Nur einen Tag später war das chilli das erste Medium in Freiburg, was das kraftstrotzende Kerlchen beim örtlichen Range-Rover-Händler zu seiner ersten Testfahrt abholte. Es war eine, auf der viele Augen auf dem RRS lagen, eine, die aufs sanfte Dahingleiten Lust machte, aber auch eine, die die bemerkenswerten sportlichen Eigenschaften des Engländers offenbarte.

 

Hier gibt’s die Bilder des chilli-car-checks:

 

 

Der neue RRS ist der schnellste und agilste Land Rover aller Zeiten. Für unter 60.000 Euro steht er auf der Liste, die getestete Version lag derweil bei 103.000 Euro. In diesem preislichen Spannungsfeld liegt die Varianz der Ausstattung. Typisch britisches Understatement? Das gelingt dem Range Rover mit seinen neuen Luftschlitzen in den Kotflügeln und auf der Motorhaube nicht. Vom Autohaus Kollinger im Gewerbegebiet Haid geht die Fahrt direkt ins Münstertal. Das Cockpit besticht durch eine edle Materialsprache, eine total digitale Instrumententafel, das 8-Zoll-Soft-touch-Display für Navi, Soundsystem, Bordcomputer und eine Rückfahrkamera in TV-Qualität. Die Entwickler haben sogar ein farbiges Head-up-Display geschaffen, das alle wichtigen Fahrzeug- und Navigationsdaten in die Frontscheibe projizieren kann – dank Lasertechnologie in exzellenter Klarheit und krassem Kontrast.

 

An einem Café an der Hauptstraße halten wir. Aus diesem Auto muss man nicht aussteigen, man lässt sich quasi rausgleiten, bis man nach den knapp 30 Zentimetern Bodenfreiheit wieder  festen Tritt hat. Die Menschen an den Tischen auf der Terrasse schauen auf. Sie inspizieren den Neuankömmling lange. Wie gesagt, Understatement ist keine hervorstechende Charaktereigenschaft des RRS. Dann gleiten wir Richtung Wiedener Eck, kurz nach der Abzweig zum Schauinsland ist genug geglitten, die im Sechszylinderaggregat versteckten 292 PS packen kräftig zu. Das wirklich Beeindruckende: Der Range brettert luftgefedert durch die Kurven – aber wie auf Schienen. Man hätte auf der Motorhaube ein Glas Milch festschnallen und später auf dem Belchen ohne jeden Verlust ausbechern können. Er wankt nicht einmal. Irre bei der Masse, die sich da hochdynamisch in die Kurven haut. In Barcelona, erzählt später Geschäftsführer Ralph Kollinger, ist ein Testfahrer mit dem neuen RRS samt Torque-Vectoring (das ist das Milchglasunverschüttetnachobenbring-System) mit 250 Sachen durch Hindernisse und Kurven gefahren. Nach Herstellerangaben schluckt das Muskelpaket übrigens kombiniert 7,5 Liter. Bei der Testfahrt waren es 11,8.

 

Aber der RRS hat auch eine zweite Natur: Er lockt zum legeren, souveränen Gleiten aus erhabener Fahrerposition, er bietet einen beeindruckenden Rundumblick (auch nach oben: das komplette Dach ist aus Glas) in edler Karosserie (die einzige in der SUV-Klasse mit Aluminium-Monocoque-Plattform, die ihn damit 420 Kilo leichter macht) und der wartet mit dem einen oder anderem Schmankerl auf: So findet sich unter der Armlehne etwa ein kleiner Kühlschrank. Und die Anhängerkupplung (als einziger SUV kann der RRS 3,5 Tonnen ziehen) fährt sich elektrisch aus dem Wagen. Wem trotzdem langweilig ist, der könnte an den 18-fach verstellbaren Sitzen oder dem Soundsystem spielen. Nach der kleinen Wanderung auf den Belchengipfel samt Rundweg und Alpenblick geht es bergab auch nicht weniger munter zu. Am Abend steht ein Handballspiel auf dem Programm: Der Kofferraum (784 Liter) reicht für die Sporttaschen der Startaufstellung und die Kiste Bier lässig aus. Der RRS ist mithin nicht nur in allen Lagen alltagstauglich, er ist auch für Festtage gerüstet. Und die können sowohl im schroffen Offroad- als auch im edlen Ambiente gefeiert werden.

 

Lars Bargmann

 

Der RRS in Zahlen

Motor: V-6-Zylinder / Hubraum: 2993 ccm

Leistung: 292 PS / Getriebe: Achtgang-Commandshift

Spitze: 210/222 / 0 auf 100: 7,2

Basispreis: 59.600 Euro

Preis des getesteten RRS: 103.590 Euro

Mehr Infos: www.kollinger-gruppe.de