Am vergangenen Dienstag hat der Freiburger Gemeinderat den zweiten Teilbebauungsplan für den Güterbahnhof Nord beschlossen. Fast 14 Jahre übrigens, nachdem der Bauausschuss das Aufstellen eines solchen Plans für das Areal beschlossen hatte. Morgen, keine drei Tage später, werden Baubürgermeister Martin Haag, FWTM-Geschäftsführer Bernd Dallmann und Thaddäus Zajac von der Flächeneigentümerin Aurelis Real Estate vor die Presse treten. Und nach Informationen des Freiburger Stadtmagazins chilli verkünden, dass der gerade beschlossene Bebauungsplan wieder geändert werden könnte: Denn die Aurelis bietet dem Rathaus nun an, zusätzliche 1120 neue Wohnungen selber oder mit Partner zu bauen. Man darf gespannt sein, wie gerade Dallmann als Wirtschaftsförderer dazu stehen wird.

 

Nach der jüngsten Wohnraumbedarfsanalyse des Beratungsunternehmens empirica müssen in Freiburg bis 2030 rund 14.600 neue Wohnungen geschaffen werden. Da dies nicht einmal mit einem neuen Stadtteil allein zu stemmen ist und die Genehmigungsverfahren im Innenbereich oft sehr langwierig sind, bringt die Aurelis nun ihre Flächen ins Spiel.

 

Knapp 900 der bis zu 1120 Wohnungen könnten demnach im Westen des Plangebiets realisiert werden – auch auf der Fläche, auf der jetzt noch die Badische Flüssiggas GmbH (BFG) ihren Sitz hat. Genau in diesem Bereich müsste der Bebauungsplan geändert werden, weil der hier ausschließlich Gewerbe vorsieht. Der Mietvertrag der BFG läuft zwar noch bis Ende 2026, nach Informationen der Grünen im Freiburger Rathaus habe sich aber nun eine „Einigung zur vorzeitigen Verlagerung“ der BFG ergeben, wie Grünen-Stadtrat Eckart Friebis in einem Schreiben an Oberbürgermeister Dieter Salomon ausführt. Nach chilli-Recherchen wird über eine Ansiedlung im Gewerbepark Breisgau verhandelt.

 

Lars Bargmann