Es ist wie vor einer Achterbahnbahnfahrt: Man weiß nicht, ob man sich freuen, oder Angst haben soll. Was macht man also? Man kreischt!

 

So divers die Altersstruktur des Publikums ist, so einseitig ist die Geschlechterverteilung. Bis auf den einen oder anderen Mann, der seine Freundin wohl nicht aus den Augen lassen wollte, ist das Publikum rein weiblich. Einen Östrogenüberschuss braucht dennoch niemand zu fürchten, denn auf der Bühne herrscht das reine Testosteron.

 

 

Das Konzept der Chippendales ist simpel: Viel nackte Haut, ein paar eindeutige Hüftbewegungen und die Frauen kann nichts mehr auf ihren Stühlen halten. Dass die Choreographien dabei eher nebensächlich sind, ist an der einen oder anderen Stelle leider deutlich zu merken. Dennoch: Wer sich fragt, ob es wirklich interessant sein kann, über zwei Stunden hinweg Männern beim Ausziehen zuzuschauen, dem sei versichert – ja, es kann.

 

Bei der Show gibt es (fast) keine Frauenfantasie und kein Klischee, das nicht bedient wird. Seien es salutierende Männer in Uniformen, schweißnasse Handwerker, blutsaugende Vampire, die ihre Opfer in Ketten legen, galoppierende Cowboys oder einfach der nackte Mann unter der Dusche – die einzelnen Auftritte sind so unterschiedlich, wie die verschiedenen Männertypen. Selbst wer gezielt auf James Bond, Kurt Cobain oder die Men in Black steht, wird nicht enttäuscht.

 

Wie bei jeder guten Achterbahnfahrt ist es auch hier zwischendurch erlaubt, mal kurz die Augen fest zuzukneifen – etwa wenn Frauen aus dem Publikum bei einer Art Datingshow alle Hemmungen fallen lassen. Dennoch ist es an vielen Stellen gelungen, Humor in die Show miteinzubringen und aus einer reinen Fleischbeschau einen amüsanten und kurzweiligen Abend zu machen. Dass der einzige Chippendale mit einem Lächeln auf den Lippen zu den eindeutigen Favoriten des Abends zählte, zeigt, dass Erotik und Humor für die meisten Frauen in ein und dieselbe Schublade gehören.

 

Und so zeigt sich nach rasanter Fahrt, dass alle Befürchtungen – trotz erhöhtem Adrenalinspiegel – umsonst waren, und der Spaß eindeutig überwogen hat.