Der Papst hat sich wieder einmal in die Schlag-Zeilen gebracht. Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris meinte er, man darf auf Beleidigungen zwar nicht mit Gewalt reagieren, aber wenn ein Freund seine Mutter beleidige, dann spüre der seine Faust im Gesicht. Hallo? Das hörte sich an wie aus einem Clint-Eastwood-Western in der Nähe von Sacramento. Aber nein, es war San Franzisko.

 

Und neulich hat er dann noch mal zugeschlagen: Man könne ein Kind zu Erziehungszwecken schon auch mal hauen, aber wenn, dann mit Würde. Schon soll es Elternkurse in katholischen Bildungseinrichtungen geben: „Wie schlage ich in Würde?“

 

Ja, wie? Mit der flachen Hand, okay, Handkante ist verboten? Ohrfeige geht, Fausthieb geht gar nicht (es sei denn, das Kind hat die Mutter beleidigt)? Wie erziehe ich mit Herz und Hand? Gilt die Entschuldigung, dass man ja auch Sahne erst schlagen muss, damit sie was wird? Muss man dann als bibelfestes Kind nach dem ersten Hieb auch noch die andere Wange hinhalten? Und wo finde ich entsprechende Stellen in der Bibel?

 

Selbst im Grundgesetz spricht man nicht mehr von „elterlicher Gewalt“, das hat man längst durch „elterliche Sorge“ ersetzt. Muss ich mir jetzt um Franz Sorgen machen? Ist Papst Franziskus nicht nur der Papst der Armen, sondern auch der Armseligen? Seine bisherigen Reformvor-Schläge waren ja immer überraschend und akzeptabel. Das ging auch Schlag auf Schlag. Aber will er jetzt wirklich die katholische Kirche zur schlagenden Verbindung umrüsten? War das nur ein leichter Schlag-Anfall oder hat Franzl einfach nur einen Hau?

 

Vielleicht sollte man ihn noch mal ins Gebet nehmen und ihn wenigstens bitten, die Schlag-Zahl zu begrenzen. So wie es in der Bibel steht – ja, ich habe nachge-schlagen: „Auf keinen Fall darf er (der Richter dem Verurteilten) ihm mehr als vierzig Schläge geben lassen, sonst würde der Bestrafte … öffentlich entehrt“ (Mose/Deuteronomium 25).

 

Na also – geht doch.

 

Wenn Franz, der Schlag-Zeuger Gottes, es also in Ordnung findet, dass ein Kind ab und an mal würdevoll eine gelangt kriegt, dann bekommt der Begriff des Papstes als „Handlanger Gottes“ eine ganz neue Bedeutung.

 


Eine scharfe Schote unter die Pontifikalpudelmütze –
Euer Schlag-Wort-Akrobat
Volkmar Staub