Die Tierschutzorganisation Peta hat die Freiburgerin Claudia Grammelspacher, 43, im vergangenen Jahr beim Wettbewerb „Germany’s Sexiest Vegan“ mit Bronze ausgezeichnet. Der fünffachen Kickbox-Weltmeisterin ging es dabei aber nicht so sehr um Schönheitspreise. Sondern darum, vegane Ernährung und Tierschutz öffentlicher zu machen.

 

Sexy_Veganerin

„Es ist ein schönes Gefühl, etwas zu vermitteln. Deshalb habe ich mich auch riesig gefreut, dass ich für den Titel nominiert und gewählt wurde. Mir ging es gar nicht um mich als Person, sondern ums Thema. Mich freut es, Leute wachzurütteln. Es gibt kein artgerechtes Leben für Schlachttiere. Jedes Tier muss durch den Schlachthof und wird dort getötet. Das ist einfach nicht richtig.

 

Hätten wir Menschen keine Waffen erfunden, könnten wir kein großes Tier erlegen. Wir sind keine Fleisch-, sondern Pflanzenfresser. Unsere Hände und Zähne sind nicht zum Reißen, sondern zum Pflücken und Zermahlen da. Kein Raubtier hat einen nach rechts und links beweglichen Unterkiefer. Biologisch sind wir darauf ausgerichtet, uns vegan zu ernähren.

 

Die ganzen Zivilisationskrankheiten gibt es auch erst, seit wir so viele tierische Produkte konsumieren. Man kann alles, was man braucht, ausschließlich über pflanzliche Ernährung aufnehmen und isst damit gesünder. Normalesser werden nie gefragt, wieso sie sich nicht gesünder ernähren. Ich muss mich immer für meine Ernährung verteidigen.

 

Wir nehmen uns das Recht heraus, über andere Rassen zu bestimmen. Früher war Sklavenhandel total normal, heute ist es Massentierhaltung. Wer sich ein bisschen darüber informiert und danach noch Fleisch isst, verdrängt das. Milchkonsum ist genauso Tierquälerei wie Fleischkonsum. Kühe werden geschwängert, damit sie Milch geben, und die Kälber werden ihnen sofort entrissen. Wer würde das einer Mutter antun? Man muss die Augen aufmachen wollen.

 

Die Welt ist nicht nur für uns da, wir nehmen sie uns einfach nur, weil wir die Mächtigsten sind. Ich bin komplett aus Tierschutzgründen vegan geworden und bin heute supergesund und fit. Ermüdung kenne ich fast gar nicht. Und dass ich keine Lust zum Trainieren habe, kommt eigentlich nicht vor. Nach den ersten zwei, drei Minuten im Training will ich eigentlich gar nicht mehr aufhören.

 

Ich bin schon sportsüchtig. Aber ich habe nichts mehr zu beweisen und werde in Zukunft wahrscheinlich nicht mehr zu Wettkämpfen gehen. Sport werde ich aber weitermachen, solange ich mich bewegen kann.“

 

Text: Sophie Radix / Foto: Sebastian Wunsch