Party & Kultur: Aus der Jackson-Pollock-Bar wird die Passage46

Es soll ein Ort werden, der Musik-, Kunst- und Barszene vereint: Am 26. September eröffnet Henrik Springmann zusammen mit einem neunköpfigen Team in der ehemaligen Jackson-Pollock-Bar die Passage46 – eine Bar, die den Spagat zwischen Partylocation und Kulturstätte schaffen will.

Henrik Springmann

 

Raue Wände und Industriedesign. Fotografien von Promis aus den 80ern. Eine Lichtinstallation aus rund 200 Ghettoblastern, die im Takt pulsiert. Gegenwartskunst an den Wänden, auf dem Dancefloor, an den Theken. „Ich bin hier nicht als Galerist“, betont Springmann. „Ich will hier keine Bilder verkaufen, sondern wir wollen etwas Neues kreieren, von dem alle profitieren.“

 

Die Gastronomie

Club, Bar, Café – all das soll die Passage46 auf rund 400 Quadratmetern vereinen. Geöffnet wird morgens um neun als Café, vor den Theatervorstellungen gibt es Würstchen im Schlafrock. Im vorderen Bereich kann man bei einem Cocktail entspannen und neben der Tanzfläche Shots kippen. „Ich habe Partner gesucht, die es schaffen, das Gastrothema auf ganz neue Weise zu interpretieren“, so der Betreiber. Gefunden hat er coucou-Betreiber Wulf Piazolo und den ehemaligen Hemingway-Bar-Chef Boris Gröner. Insgesamt vier Bars werden die beiden Gastronomen bedienen. Das Angebot soll – auch preislich – so breit gefächert werden, dass sich vom Studierenden bis zum Theaterbesucher jeder angesprochen fühlt. Nicht elitär, aber besonders.

 

Die Kunst

„Durch meine Galerie in Berlin bekommen wir die Möglichkeit, Akteure von auswärts nach Freiburg zu bringen“, so Springmann. Künstler aus Paris oder Los Angeles, deren Namen er noch nicht gedruckt sehen will, die aber in der internationalen Kunstszene gerade für Aufsehen sorgen. Doch ebenso wichtig wie die großen Namen ist Springmann die Kooperation mit der Freiburger Kulturszene und dem Theater Freiburg, unter dessen Dach sich die Passage46 befindet.
Neben einigen festen Installationen soll es in einem neuen Flügel einen sich ständig ändernden Bereich geben, in dem von Tanz bis hin zu Film alles möglich ist. „Ich wünsche mir, dass der Ort wie eine neue Spielstätte für Theater und Kulturschaffende wird“, umreißt der 48-Jährige seine Pläne.

Eines der Highlights: Für seine „Boom-Boom-Wand“ hat Henrik Springmann (Bild oben) rund 200 Ghettoblaster gesammelt.

 

Die Party

Zwei Dancefloors soll die Passage46 umfassen – auf dem größeren, den man aus der Jackson-Pollock-Bar bereits kennt, soll überwiegend Elektro gespielt werden, auf dem kleineren, der in einem neuen Flügel unterkommt, ist House und Soul angedacht. Beim Booking wird sein Team die Linie des Vorgängers weiterfahren: große Acts gemischt mit DJs aus Freiburg, Basel oder Straßburg. Auch größere Live-Konzerte können sich die Betreiber vorstellen.
„In Freiburg kannst du gut essen gehen, doch danach musst du den Tatort gucken“, sagt Springmann mit einem Augenzwinkern, „das wollen wir ändern.“

 

Text: Tanja Bruckert / Fotos: © Henrik Springmann