Warum die Uni Freiburg vom Ende einer Studentenverbindung profitiert

Die katholische Studentenverbindung Bavaria ist aufgelöst, das Verbindungshaus in Herdern verkauft. Für eine Million Euro. Dieses Geld kommt jetzt Freiburger Studierenden zugute, denn es fließt in eine neu gegründete Stiftung, die die Geistes- und Sozialwissenschaften unterstützen soll.

 

Eine Million Euro sind auch für eine große Hochschule ein ordentlicher Batzen: Der Verband der Freunde der Universität Freiburg, dem sich die Stiftung KStV Bavaria als neunte im Bunde anschließt, kann damit sein bisheriges Kapital von 1,24 Millionen um eine weitere Million aufstocken.

 

Zu Beginn plant die Stiftung zwei Förderungen: Für begabte und bedürftige Studenten der Philosophischen Fakultät soll es fünf bis sechs Abschlussstipendien geben und an der theologischen Fakultät will die Stiftung den „Bischof-Hemmerle-Wissenschaftspreis“ für eine herausragende wissenschaftliche Arbeit vergeben.
Eine freudige Nachricht mit traurigem Anlass: Mehr als hundert Jahre nach ihrer Gründung musste die Freiburger Studentenverbindung ihr Aus bekannt geben, lediglich der Altherrenverein besteht weiter. Der Vereinsvorsitzende Hans-Joseph Scholten sieht als Grund für das Ende der Brisgovia-Tochter ein Strukturproblem: Die Studenten seien nicht mehr in den Altherrenverein übergegangen, so dass die Unterstützung für die nachkommenden Generationen weggebrochen sei.

 

Text: Tanja Bruckert