Andreas Bourani, Buena Vista Social Club, Revolverheld, Tocotronic – das 33. Zelt-Musik-Festival spart auch in diesem Jahr nicht mit bekannten Namen. Dabei sind die Zeiten für das Festival nicht leicht: „Die Sponsorensituation stellt sich schwierig dar“, beklagt Veranstalter Marc Oßwald.

 

Die Finanzen sind auch daran schuld, dass auch für das Eröffnungskonzert im Zirkuszelt lange eine Lücke im Programm prangte. Zwar habe es schon Verhandlungen mit einem Musiker gegeben, dessen Gagenforderungen seien jedoch nicht nachvollziehbar gewesen, so Programmplaner Dieter Bös: Bei den Gagen herrscht gerade ein Preiskampf, der dazu führt, dass selbst manch eine Nachwuchsband Zigtausende will.“ Doch der Act für den Eröffnungsabend steht seit heute auch fest: Andreas Bourani (1. Juli), der mit der Sommer-Hymne “Auf uns” seinen großen Durchbruch feierte.

 

ZMF

 

Das Budget des ZMF ist hingegen nicht gestiegen, sondern verharrt auf rund 1,25 Millionen. 2016 könnte sich die Situation nochmals verschärfen, einige Sponsoren hätten bereits angekündigt, bis dorthin abzuspringen. Ein Festival am Abgrund? Bös bleibt optimistisch: „Ich halte es für gesetzt, dass man auch 2020 noch mit dem ZMF rechnen kann.“

 

Also heißt es weiterhin feiern in roten Zelten zwischen grünen Hügeln. Im großen Zirkuszelt etwa mit Revolverheld (2. Juli) auf „Immer in Bewegung“-Tour, und mit den Hamburgern von Tocotronic (4. Juli), die dafür hoffentlich auch ihren Freiburg-Song aus der Schublade kramen. Kubanische Rhythmen bringt das Orquesta Buena Vista Social Club auf seiner Abschiedstour am 6. Juli nach Freiburg, und mit Mariza (7. Juli), Joan Baez (14. Juli) oder Rea Garvey (19. Juli) geht die Reise weiter von Portugal über die USA nach Irland.

 

Alle, die es kaum erwarten können, in ihre Schlaghosen und Blümchenhemden zu schlüpfen, bekommen am 10. Juli die Gelegenheit dazu: ZMF-Legende Dieter Thomas Kuhn darf natürlich auch in diesem Jahr nicht fehlen. Die Karten für das Schlagerkonzert sind – wenig überraschend – ausverkauft.

 

Dieter Bös hebt zwei weitere, nicht ganz so bekannte Musiker hervor: die australische Gitarrenlegende Tommy Emmanuel (5. Juli) und den US-Gitarristen, Pianisten und Sänger John Hiatt (9. Juli). „Solche Ausnahmekünstler muss sich das ZMF gönnen“, schwärmt der Veranstalter.

 

Und auch in der intimeren Atmosphäre des Spiegelzelts stehen schon einige Highlights fest, wie die Auftritte des Bluesmusikers Jesper Munk (1. Juli), des Kolumnisten Axel Hacke (6. Juli), der schrägen Sintiband Les Yeux d’la Tête (9. Juli) oder der Elektro-Chansonisten Mockemalör (16. Juli).

 

Enttäuschung herrscht hingegen bei Jazz- oder Hip-Hop-Fans – für sie ist im neuen Programm wenig dabei. Doch auch das könnte sich noch ändern: Drei Lücken lassen noch Platz zum Hoffen.

 

Text: Tanja Bruckert & Foto: © Klaus Polkowski