Dass der Mann mit den wilden Klamotten ein Klarinettist von Weltruhm ist, wissen nur Eingeweihte: Perry Robinson ist beim ZMF Stammgast. Zum 24. Mal wird er heuer dabei sein und wieder Tag für Tag und Nacht für Nacht um die Zelte schleichen. Heute bekommt er anlässlich seines 75. Geburtstages, den er bereits im vergangenen Jahr feierte, sogar eine eigene Galanacht. chilli-Redakteur Felix Holm hat ihn in seiner Wohnung in New Jersey angerufen.

Klarinettist von Weltruhm: Perry Robinson

 

chilli: Warum lieben Sie das ZMF so sehr?
Robinson: Oh! Weil es mich an die 60er erinnert, als ich noch ein Hippie war! Genaugenommen bin ich immer noch ein Hippie. Aber damals war es fantastisch, das ZMF war der wahrgewordene Hippietraum: Die Leute, die dort arbeiten und die dort auftreten, wohnen hinter der Bühne in Zelten und Wohnwägen zusammen.

chilli: Sie werden in Freiburg auch als „Geist des ZMF“ bezeichnet. Warum?
Robinson: Ja, so haben sie mich vor Jahren hier genannt: „The Geist“. (lacht) Wahrscheinlich, weil ich immer da war, aber keiner so recht wusste, wer ich bin. Und weil ich oft die ganze Nacht wach war und viel mit den Arbeitern und den Künstlern rumgehangen bin und jeden gekannt habe. Es gibt aus diesen frühen Tagen viele Geschichten über mich. Ich sagte ja schon: Es waren Hippiezeiten.

chilli: Dieses Jahr bekommen Sie eine eigene Ehrennacht. Was darf man da von Ihnen erwarten?
Robinson: Mein altes Quartett wird wieder zusammenkommen. Wir haben seit 1996 nicht mehr gemeinsam auf der Bühne gestanden. Außerdem werden viele Freunde und auch Familienmitglieder aus den Staaten kommen. Ich freue mich drauf.

Foto: Klaus Polkowski