Im Rennen um das Amt des Freiburger Oberbürgermeisters geht nun ein fünfter Kandidat an den Start: Martin Horn. Der 33-Jährige, dessen Kandidatur von der SPD unterstützt wird, ist in Freiburg noch weitgehend unbekannt. In der Pfalz geboren, lebt und arbeitet Horn momentan in Sindelfingen. Den Zieleinlauf am 22. April will Horn mit bekannten Wahlkampfthemen wie „Bezahlbarer Wohnraum“ und „Soziale Gerechtigkeit“ schaffen. Doch auch das Thema „Digitalisierung“ steht ganz oben auf seiner Agenda.

„Viele Stimmen aus Freiburg haben mich bestärkt: 16 Jahre Salomon sind genug. Wir brauchen einen Wechsel.“ Horn gibt sich bei seiner offiziellen Vorstellung als OB-Kandidat kämpferisch. An seiner Seite nicken Renate Buchen und Julien Bender zustimmend. Die Fraktionsvorsitzende und der Kreisvorsitzende der SPD stehen hinter dem Kandidaten. Obwohl der kein Parteibuch in der Tasche hat. „Wir haben lange und intensiv gesucht“, sagt Bender. „Wir wollten einen Kandidaten, der in der Lage ist, Konkurrenz zu machen und auch zu gewinnen.“ Dessen Überparteilichkeit soll über die SPD-Wähler hinaus eine breite Basis ansprechen.

 

Dabei ist Horn in Freiburg noch ziemlich unbekannt. Der junge Familienvater arbeitet als Europa- und Entwicklungskoordinator im Hauptamt der Stadt Sindelfingen. In einem evangelischen Pfarrershaus aufgewachsen, war er zuvor bildungspolitischer Referent für das Diakonische Werk sowie Kinder- und Jugendreferent für zwei evangelische Kirchen.

 

Studiert hat er Internationale Soziale Arbeit in Ludwigsburg sowie European and World Politics in Bremen – inklusive Auslandsstudien in Georgien, Russland, der Ukraine, Botswana und Jordanien. „Internationalität hat mich geprägt“, sagt Horn, der fünf Sprachen spricht und nach dem Abi bei Greenpeace in Neuseeland gearbeitet hat. „Doch das europäische Engagement hat mir gezeigt, wie wichtig die Umsetzung vor Ort ist.“ Um sich ganz in den Wahlkampf stürzen zu können, ist Horn momentan von seinem Job freigestellt, und hat eine Wohnung in Freiburg bezogen.

 

Wichtiger Teil seines Wahlkampfs soll es sein, „als Hörender“ aufzutreten. Sprich: das Gespräch mit Bürger-, Sport- und Kulturvereinen, Listen und Fraktionen zu suchen, um die Stadt mit ihren Themen und Problemen kennenzulernen.

 

Dementsprechend vage sind noch die Wahlversprechen. Von zehn Themenbereichen, die Horn auf seiner Homepage präsentiert, fokussiert er sich auf drei Kernbereiche: Wohnraum, Kitaplätze und Digitalisierung. So will sich der 33-Jährige für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum etwa Konzepte aus anderen Städten zum Vorbild nehmen oder der Stadtbau eine Schlüsselfunktion zukommen lassen. „In Freiburg gibt es da zur Zeit wenig Visionäres“, so Horn.

 

Eine Entlastung von jungen Familien will er durch die Abschaffung der Kita-Gebühren erreichen. Zudem sieht er das Thema Digitalisierung in Freiburg stark vernachlässigt. „Freiburg hat keine Digitalisierungsstrategie, keinen -manager, noch nicht einmal eine eigene App. Die digitale Bildung an Schulen ist wichtig, ebenso die Stadtverwaltung fit zu machen. Freiburg hat bei dem Thema den Anschluss verpasst.“

 

„Frischen Wind“ will der Stuttgarter nach Freiburg bringen. Was seine Chancen angeht, zeigt er sich zuversichtlich: „Hätte ich nicht das Gefühl, dass es in Freiburg den Wunsch nach Veränderung gibt, würde ich nicht kandidieren. Ich trete an, um zu gewinnen.“

 

Info:

Am 22. April wird in Freiburg gewählt. Neben Amtsinhaber Diter Salomon (Grüne) kandidieren die Stadträtin Monika Stein (Grüne Alternative), Stephan Wermter (parteilos) und Manfred Kröber (Grüne). Um es im ersten Wahlgang ins Amt zu schaffen, brauchen die Kandidaten mehr als die Hälfte der Stimmen. Schafft das niemand, gibt es einen zweiten Wahlgang am 6. Mai.

 

Mehr zu Martin Horn: www.martin-horn.de