Die Freiburger und Offenburger Mr. Sub-Filialen sind pleite

Zuerst schließt die Filiale in der Heinrich-von-Stephan-Straße, dann Mitte Oktober die Meldung der Kanzlei Dr. Pantaleon genannt Stemberg, Dr. Nehrig & Weis: Der Betreiber der vier Mr. Subs in Freiburg und Offenburg, der sich im vergangenen Sommer von der US-Kette Subway losgesagt hatte, hat einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Freiburg gestellt. Bis Ende des Jahres werden die Filialen vorerst weitergeführt, ob und wenn ja wie es danach weitergeht, wird das Verfahren zeigen.

Back to Subway? Der Konzern könnte die Mr. Sub-Filialen wieder übernehmen.

 

Laut Insolvenzverwalter Ulrich Nehrig sind nicht nur wirtschaftliche Schwierigkeiten Grund für die Insolvenz, sondern auch, so die chilli-Informationen, ständige Rechtsstreitigkeiten mit Subway. Die klagt wegen der „Ausnutzung des Franchisekonzepts“ (Nehrig) gegen ihre ehemaligen Franchisenehmer – in Freiburg ist dies Nicole Blechschmidt. Sie habe teilweise Lizenzgebühren nicht gezahlt, außerdem seien die Mr. Subs zu enge Kopien der Subwayfilialen, begründet André Löffler, Gebietsentwickler Subway Baden-Württemberg. „Baulich wurde nichts geändert, teils nutzt Mr. Sub noch unsere Produktfotos – das ist eine Täuschung des Kunden“, sagt Löffler. Blechschmidt wollte auf Anfrage keine Stellung beziehen.

Dass nach den fünf Restaurants bei Villingen-Schwenningen und den vier Karlsruher Filialen Mr. Sub nun auch in Freiburg pleite ist, wundert Löffler nicht. „Was unsere ehemaligen Franchisenehmer durch den Wegfall der Lizenzgebühren gespart haben, mussten sie etwa beim Einkauf wieder drauflegen.“ Während die Subwayfilialen rund 30 Prozent des Umsatzes für ihre Waren rechnen müssten, seien es bei Mr. Sub etwa 40 Prozent. Viele Hilfen, wie etwa Schulungen, Analysetools oder Rabatte, seien als selbstverständlich hingenommen worden. „Ich vermute, viele würden die Entscheidung heute nicht mehr so treffen“, glaubt Löffler.

Zu viele Abgaben für zu wenig Leistung, das war die Kritik der Franchisenehmer. Fakt ist, dass die Gebühren von Subway mit 12,5 Prozent – 8 Prozent gehen an die Zentrale, 4,5 in die Werbung – deutlich höher sind als üblich. Bei McDonalds und Burger King fließen je fünf Prozent in den Konzern und in die Werbung. „Da sind die versteckten Kosten aber noch nicht drin“, behauptet Löffler. McDonalds verdiene zusätzlich an der Miete, Burger King an den Waren: „Bei uns sind die Kosten transparent, da kommt nichts mehr hinzu.“

Falls Mr. Sub schließen muss, könnte sich Subway vorstellen, die Filialen wieder zu übernehmen – wie bereits die geschlossenen Mr. Sub-Filialen in Karlsruhe. Aber, so Löffler, nur mit neuem Franchisenehmer. „Das Vertrauen in Frau Blechschmidt ist dahin, beide Seiten wünschen keine Wiederaufnahme der Geschäftsbeziehungen.“

Text: Tanja Bruckert / Foto: Daniel Weber