Der EHC Freiburg steht am Beginn einer neuen Ära. Die Profizeiten sind erst einmal vorbei. Nach einer wenig erfolgreichen jüngeren Vergangenheit steht der Kufenclub in der Regionalliga vor einem Neuaufbau. Den macht auch Uwe Seuß mit. Der 48-Jährige ist seit 13 Jahren Eismeister beim EHC und sorgt dafür, dass die Spielfläche im wahrsten Sinne des Wortes glänzt.

„Der EHC begleitet mich schon mein ganzes Leben. Ich bin als kleiner Junge schon mit meinem Vater zu den Spielen gegangen. Später habe ich dann auch im Ordnungsdienst geholfen. Eishockeyfan bin ich also so lange ich denken kann. Dass ich beruflich auch so viel mit Eis und Kälte zu tun haben würde, hat sich erst spät ergeben. Eigentlich bin ich ja gelernter Heizungsmonteur. Die Firma, bei der ich gearbeitet habe, hat aber zugemacht und dann wurde ich durch eine glückliche Fügung Eismeister beim EHC, denn der Verein hat zu dieser Zeit gerade jemanden gesucht. Das ist jetzt 13 Jahre her.

Als Eismeister muss man sich natürlich mit der Technik auskennen. Wir haben in der Halle zwei große Kompressoren, die Ammoniak verdichten und dadurch Kälte entstehen lassen. So bleibt das Eis auf dem Eis. Das muss man sich wie eine Fußbodenheizung vorstellen, nur andersrum. Einmal im Jahr wird die Eisfläche komplett ausgetauscht. Das dauert etwa acht Tage und dafür werden 32.000 Liter Wasser gebraucht. In der täglichen Arbeit warte ich die Kompressoren und pflege das Eis, indem ich mit der Aufbereitungsmaschine darauf meine Runden drehe. Die verbraucht pro Fahrt rund 1000 Liter Wasser, das 40 Grad heiß ist. Dazu kommen noch zig andere kleine Wartungs- und Reparaturarbeiten, die ich und mein Kollege im Zwei-Schicht-Betrieb hier erledigen. Es gibt da viel zu tun. Seit vier Jahren wohne ich auch in der Halle in einer Drei-Zimmer-Wohnung. Falls was passiert, bin ich also immer vor Ort.


Mit dem EHC bin ich ja schon oft durch dick und dünn gegangen. Zu Profizeiten war ich auch für die Wohnungen der Spieler verantwortlich. Seither weiß ich, wenn irgendwo etwas mit Tapeband geflickt ist, war es ein Eishockeyspieler. Die Arbeit ist natürlich schon anders, wenn der Verein Erfolg hat und wenn die Ränge voll sind. Aber wenn ich ehrlich bin, ist es mir im Grunde egal, ob da ein Profiteam oder eine Jugendmannschaft spielt. Zurzeit fühle ich mich mit der neuen Mannschaft auf jeden Fall sehr wohl hier. Die Jungs haben in Freiburg das Eishockeyspielen gelernt und ich kenne sie alle. Die Spieler sitzen auch gerne mal bei mir im Eismeisterraum und quatschen. Sie sind die Zukunft des Vereins. Die wird aber auch von der Entscheidung abhängen, wie es mit der Eishalle weitergeht. Die Halle ist marode, das muss ich schon sagen.“

Aufgezeichnet von Daniel Weber