Spielen mit Bauklötzen – für Große: Die Bahnhofsachse in Freiburg ist weiter im Aufwind. So feierte die STRABAG Real Estate GmbH unlängst die Grundsteinlegung für das neue, mit Grundstück 15 Millionen Euro teure embeX-Haus neben dem INTER CHALET. Der Bauunternehmer Stefan Moser will mit seiner Moser-Bau Treuhand GmbH schräg gegenüber das alte Eugen-Kronimus-Haus abreißen und das siebenstöckige, rostrote Red one mit 5000 Quadratmetern bauen, und Stefan Mosers einstige Heimat, die Merzhausener Baufirma Moser, stemmt auf dem Areal zwischen Hölderle-Karrée und Basler Straße eine 35-Millionen-Euro-Investition für einen neuen Gebäudekomplex. Dazu wird die STRABAG auf dem Alten Posthof für stolze 135 Millionen Euro sieben neue Häuser auf drei Fußballfeldern schaffen. Und zwischen Xpress und Zubringer plant STRABAG-Bereichsleiter Martin Lauble zudem ein architektonisch sehr ambitioniertes Gebäude. „Die Bahnhofs-achse ist die Dienstleistungsmeile in Freiburg“, sagt Lauble.

Kantig: Das neue embeX-Haus nimmt die Architektursprache vom Inter-Chalet auf und ist mit einer Silbermedaille geschmückt.

 

 

Energetisch derzeit am anspruchsvollsten dürfte das embeX-Haus sein, in das der neue Mieter, die Freiburger embeX GmbH, im September 2013 mit 130 Mitarbeitern einziehen wird. Von insgesamt 5500 Quadratmetern Fläche mietet das Dienstleistungsunternehmen für die Entwicklung elektronischer Systeme rund 3500. Auf 1000 weitere haben die embeX-Geschäftsführer Jürgen und Annette Wiegand eine Option, die restlichen 1000 in den oberen Etagen wird Lauble anderweitig vermieten. Markant: Obwohl Wie-gands Bruder Stefan in leitender Position bei der Güterbahnhofbesitzerin Aurelis Real Estate GmbH ist, baut die embeX mit STRABAG. „Wir sind jetzt auf vier Standorte verteilt und freuen uns, die Mitarbeiter nun endlich wieder unter einem Dach zusammenzuführen“, sagt Wiegand. Seine Firma entwickelt Produkte etwa für Siemens, Sick oder Endress-Hauser, namhafte Firmen der Elektronikbranche, erzählte er bei der Grundsteinlegung: „Alle Krisen sind an uns spurlos vorübergezogen.“

Das erste Gespräch fand im vergangenen August statt, der Grundstein liegt jetzt schon – eine rasante Entwicklung, für die auch der rasche und überzeugende Entwurf des Freiburger Architekturbüros Harter + Kanzler entscheidend war. Das Gebäude wird nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen zertifiziert und soll mit der Silbermedaille ausgezeichnet werden. Lauble kennt kein zweites, auf das das in Freiburg zutreffen würde.

Das embeX-Haus ist der erste Bauabschnitt für die Entwicklung des Posthofs, auf dem die STRABAG noch weitere 37.000 Quadratmeter schaffen will. „Wir führen bereits Gespräche mit mehreren Hotelbetreibern, haben eine große Nachfrage von Kindertagesstättenbetreibern und Büronutzern“, erzählt Lauble. Eine schöne Idee: Die STRABAG wird das raumgreifende Areal unterirdisch in einer 16.000 Quadratmeter großen Tiefgarage erschließen, sodass in der Ebene nur Lieferanten und Taxen fahren, ansonsten aber Ruhe und Raum herrschen.

STRABAG-Baustelle an der Bahnhofsachse: Der Stühlinger Kirchturm wird von hier aus bald nicht mehr zu sehen sein.

 

 

Städtebauliche Dominante wird ein neun- bis zehngeschossiges, konisches Gebäude sein. Das Freiburger Büro Böwer-Eith-Murken hat bei einem Architektenwettbewerb für den Posthof den ersten Preis gewonnen. Auf dieser Grundlage wird nun weitergeplant. Schlaflose Nächte wird Lauble wegen der vielen zu vermarktenden Flächen derweil nicht haben: „Die Bahnhofs-achse ist ein etablierter Standort für Investoren, vom Victoriahaus im Süden bis zum Bahnhof im Norden. Sie ist das einzige innenstadtnahe Entwicklungsgebiet für Dienstleister, die große Flächen brauchen, die Altstadt ist hier nur einen Katzensprung weit weg.“ Auch für Baubürgermeister Martin Haag ist sie „eine ganz wichtige Stadtentwicklungsachse“. In der Perlenkette der Gebäude ist das embeX-Haus das jüngste Glied.

Text: Lars Bargmann / Foto: STRAGAB / Visualisierung: studioA Frankfurt