Gurath rehabilitiert / Neideck milde / Rubsamen lässt Vize Schulz den Vortritt

Freiburg bekommt sein Schlossbergfest zurück: Nach heftigen Querelen zwischen Veranstaltern und Rathaus gaben sich nun Ordnungsbürgermeister Otto Neideck und Ordnungsamtsvize Martin Schulz sowie die Festorganisatoren Toni Schlegel und Bela Gurath erstmals wieder öffentlich die Hand.

Schlossberg Festival

 

Ellenbogen an Ellenbogen saßen Neideck und Gurath vor den Journalisten und verkündeten gemeinsam die frohe Botschaft, dass das Lichterfest nach zweijähriger Pause am letzten Juli-Wochenende (31. Juli bis 4. August) wieder steigen wird. Nach der schlecht gemanagten Sea-of-Love 2011 hatten sich Neideck und Ordnungsamtschef Walter Rubsamen noch vor die Presse gestellt und die Schuld komplett in die Schuhe von Gurath gesteckt, der damals die Geschäfte der Mehr Seen Festival GmbH geführt hatte. Der Beginn der Freiburger Festkrise (wir berichteten).

Versöhnlich: Otto Neideck

 

Schon vor zwei Jahren hatte das chilli geschrieben, dass die Stadtspitze mit einer ganz so weißen Weste aus dem damals vollmundig angekündigten Rechtsstreit nicht herauskommen würde. Einzelne Mitglieder des Gemeinderats hatten sich in einer Sitzung nach der chilli-Veröffentlichung über die Darstellung mokiert. Nun, zwei Jahre später, schreibt auch die Badische Zeitung, dass „Gurath wohl mit seinen Vorwürfen mehr Recht hat als der Stadt lieb sein kann“.

Wieder da: Bela Gurath

 

Man einigte sich nach dem Ausloten der Chancen am Ende außergerichtlich. Die angedrohten 100.000 Euro Bußgeld sind auf 40.000 geschrumpft – ob die Sea-of-Love-Macher diese Summe vor Gericht überhaupt hätten zahlen müssen, steht in den Sternen. Der Deal zwischen Rathaus und Veranstalter lässt die Schuldfrage weitgehend offen, man blickt lieber nach vorne. Neideck sprach von einer „neuen Chance für eine gute Zusammenarbeit“. Toni Schlegel, der unter Rubsamens Amtsführung kein Schlossbergfest mehr machen wollte, hat eingelenkt. Alle Beteiligten sind aus der Krise mit Schrammen herausgekommen. Es ist gut für die Stadt, dass die Vernunft wieder das Zepter führt.

 

Nicht ganz unschuldig daran ist Bernd Dallmann. Der Chef der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH, als solcher stets um das positive Image der Stadt besorgt, vermittelte offenbar mit Erfolg. „Wir hatten eine Festflaute, es ist eine positive Überraschung, dass das Fest nun wieder stattfindet“, sagt er.

The return of the Party: Das Schlossbergfest steigt wieder.

 

„Die Behörden haben unseren Antrag in Rekordtempo genehmigt, das Miteinander hat sich stark verbessert“, so Schlegel. „Die Zusammenarbeit mit dem Veranstalter ist sehr gut gewesen“, sagte Schulz. Auch wenn es noch viele Kleinigkeiten zu regeln gebe. Das Fest wird von der Schloßbergfest Freiburg GmbH gemacht. Die gehört zu je einem Drittel Schlegel und Markus Rogg privat sowie der Endless Event GmbH. Rogg sprang für Hansjörg Dattler ein, Gurath übernahm von Frank Böttinger die Geschäftsführerrolle. Da das Lichterfest sehr wetterfühlig ist, gehen die Macher kein kleines Risiko ein: Die Produktionskosten sind sechsstellig, wenn es vier Tage regnet, fließen sie den Berg runter. „Uns geht es um die Tradition, das Fest liefert einen Beitrag zur Attraktivität Freiburgs“, sagt Schlegel. Er und Gurath werden hoffen, dass das gute Wetter zwischen Veranstalter und Rathaus sich Ende Juli auch aufs Meteorologische überträgt.

 

Text: Lars Bargmann / Fotos: © Schlossberg Festival, Stadt Freiburg, Privat