Die Not auf dem Freiburger Wohnungsmarkt ist in aller Munde: Makler, Wohnungsbauunternehmen und vor allem Menschen, die in Freiburg eigene vier Wände erwerben wollen, wissen davon ein Liedchen zu trällern. Der Markt aber ist leergefegt. Zu lange wurde in Freiburg darauf vertraut, dass der aktuelle Flächennutzungsplan ausreichend Flächen zur Verfügung stellen würde, zu groß war die Hoffnung, dass sich die Innenentwicklungspotentiale zeitnah würden realisieren lassen. Wenn es ein einzelnes Unternehmen gibt, das die Not am wirkungsvollsten lindern kann, dann ist es die Freiburger Stadtbau. Und die ist gerade in diesen Tagen wieder äußerst aktiv: In Herdern, im Stadtteil Mooswald, im Vauban und in Günterstal gibt es bald rund 90 Wohnungen und Häuser zu kaufen.

FSB_1
„Der Ruf nach einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft nimmt zu, wenn das Angebot abnimmt“, sagt FSB-Geschäftsführer Ralf Klausmann. Die Lage wäre deutlich besser, wenn wichtige Entwicklungen wie auf dem Güterbahnhof oder bei den Gutleutmatten schneller vorangegangen wären. Die FSB könne derzeit aus eigener Kraft jährlich rund 150 neue Wohnungen – darunter auch solche im sozialen Wohnungsbau – herstellen. Wenn es baureife Flächen gäbe. Und es könnten sogar weitere 150 sein, wenn es politisch gewollt wäre, das dafür nötige Eigenkapital durch die Privatisierung von Bestandswohnungen – vornehmlich an die Mieter – zu generieren. Das wären zusammen 30 Prozent des jährlichen Freiburger Bedarfs. Der Zeitpunkt für eine spürbare Privatisierung ist angesichts der niedrigen Zinsen optimal. Wohnungskäufer können sich dank höherer Tilgung schneller entschulden. Zum Bestand zählen seit Jahresbeginn auch noch gut 950 städtische Wohnungen, die in der Stadtbautochter Freiburger Stadtimmobilien GmbH (FSI) verwaltet werden. Damit hat die FSB derzeit knapp 9500 eigene Wohnungen. Um günstigen Wohnraum anbieten zu können, zielt die FSB auch auf Gewinne im Bauträgergeschäft. Etwa in Herdern. Nachdem in der Johann-Sebastian-Bach-Straße nun doch der letzte Rentner aus der kleinen Siedlung ausgezogen ist (wofür ihn die FSB opulent entschädigen musste), hat die Stadtbau im Musikerviertel mit dem Bau von 14 Reihenhäusern zum Kaufen und 27 Wohnungen zur Miete begonnen. Die hochwertigen Häuser (um 570.000 Euro) liegen auf Erbpachtgrundstücken in sehr ruhiger, aber auch infrastrukturell attraktiver Wohnlage und erfüllen die anspruchsvollen Freiburger Energieeffizienzhaus-Standards. Den Käufern stehen sechs Zimmer mit rund 170 und im Keller weitere 53 Quadratmeter zur Verfügung. Neue Eigenheime mitten in Herdern, eine Rarität im beliebten Stadtteil.

FSB_2
Drei Kilometer weiter westlich laufen seit Mitte März die Arbeiten für den nächsten Bauabschnitt im Sternenhof an der Elsässer Straße. In den Energieeffizienzhaus-Standard-40-Häusern Grün 1 bis Grün 4 entstehen im Herzen des neuen Quartiers am Elisabeth-Emter-Weg 44 Eigentumswohnungen (samt Tiefgarage und Balkon/Terrasse zu den Sonnenseiten) mit 2 bis 5 Zimmern – direkt angrenzend an eine großzügige Grünfläche. Spätestens im Frühjahr 2015 können sie bezogen werden. „Wer das pulsierende Stadtleben liebt und auf augenschmeichelndes Grün für die Seele nicht verzichten möchte, der wird im Freiburger Westen kaum eine bessere Wohnalternative finden“, lässt sich Stadtbau-Geschäftsführer Ralf Klausmann im Exposé zitieren. Tatsächlich hat sich das Quartier bereits entwickelt, der Sternenhof beweist vielseitige Architektur und eine gute Mischung von Wohn- und Geschäftseinheiten. „Das ist für mich ein Musterbeispiel für moderne Stadtentwicklung und somit für innerstädtischen Lebenswert“, sagt Klausmann. Demnächst wird zudem eine Kita eröffnet. Die Kaufpreise beginnen hier bei 200.000 Euro. Auch noch zu haben sind einige Reihenhäuser (ab 578.000 Euro).

Fünf Kilometer weiter südlich wächst der durchaus imposante Neubau des Stadthauses M1 in die Höhe. Es ist fürs neue Portal zum Quartier Vauban ein in der Tat spektakulärer Entwurf des Berliner Architekturbüros Barkow Leibinger, der den beiden Gebäuden viel Dynamik und – nicht zuletzt durch die spielerisch begrünte Fassade – eine einprägsame Adresse verschaffen wird. Bereits Anfang Mai wird die FSB im Kopfbau das integrative Hotel übergeben, in den oberen Etagen des an der Vaubanallee gelegenen Wohn- und Geschäftshauses gibt es 14 großzügige 4- und 5-Zimmer-Wohnungen (ab rund 390.000 Euro) und eine Penthouse-Suite – ein Blick von Loggien und Balkonen, soweit das Auge reicht. Auch hier wird energieeffizient mit hochgedämmter Fassade und Dreifachverglasung gebaut.

FSB_3
Und ganz im Süden von Freiburg ist in Kürze dann auch noch der Vertriebsstart für 15 neue Plusenergie-Komforthäuser (Bild oben) an der neuen Swetlana-Geier-Straße in Günterstal. In landschaftlich reizvoller Lage baut die FSB hier auf 277 bis 381 Quadratmeter großen Grundstücken auch mal für wohlhabende Klientel. Die 175 Quadratmeter großen Häuser (für Preise ab 760.000 Euro) sind voll unterkellert, werden mit Holzpellets geheizt und haben ein Solardach. Aufgrund der hohen Energieeffizienz (Effizienzhaus 55) können die Käufer für bis zu 50.000 Euro zinsgünstige Darlehen der KfW-Förderbank in Anspruch nehmen. Untätigkeit im Kampf gegen die Wohnungsnot ist der Stadtbau nicht vorzuwerfen.

Text: Lars Bargmann /
Visualisierungen: Freiburger Stadtbau / Dr. Bühler Immobilien GmbH