Kurz vor der Veröffentlichung ihres dritten Studioalbums drehen die Freiburger Newcomer im Modern-Jazz-Genre, al-Sidani, wieder auf. chilli-Autor Ingo Heckwolf sprach mit den vier Musikern über den seltenen Mixed-Jazz von Bossa über HipHop bis Klassik und wollte wissen, warum junge Musiker keinen Rock’n’Roll mehr spielen.

al-Sidani

 

chilli: Vier verschiedene Charaktere aus vier verschiedenen Musikrichtungen treffen bei al-Sidani aufeinander. Wie verträgt sich diese wilde Kombination?
Jakob Henschel: Wunderbar. Unser Schlagzeuger kommt aus dem HipHop und bringt den Funk mit ein. Als Pianist aus der Klassik stehe ich für den Latin-Einfluss. An der Gitarre fließt der Bossa, aber im Grunde stehen wir einfach drauf, Melodielinien auf krumme Beats zu bringen und damit in keine Schublade gepresst werden zu können.

chilli: Der Bandname stammt aus dem Arabischen, obwohl es keine arabische Instrumentierung gibt. Wie kam es zu diesem Namen?
Joschka Philipps: Der Name entspringt einer Zeit, in der unser Pianist Arabisch lernen wollte. Er bedeutet nichts anderes als ‚die Jungs aus der Sedanstraße‘ und ist eine Verbindung zu unserer gemeinsamen Freiburger Musikerzeit.

chilli: Wie kommen so junge Menschen dazu, Modern-Jazz zu machen und nicht Rock’n’Roll?
Felix Braam: Weil Rock’n’Roll Musik für Opas ist. Und es gibt keine andere Musikrichtung, die sich in den letzten Jahren so innovativ weiterentwickelt hat wie die Jazzmusik.
Manuel Schek: Andererseits erleben wir auch, dass man mehr Publikum zieht, wenn man zu einem Umzug einlädt als zu einem Jazzkonzert. Aber es macht uns eben Spaß, zusammen zu spielen und es gibt immer noch Jazzfans – auch in Freiburg. Davon kann man sich am 30. Juli bei „Jazz ohne Stress“ am Waldsee ein eigenes Bild machen.

Foto: privat