Mit einem 6:2 über den ERC Sonthofen sind die Kufencracks des EHC Freiburg am späten Abend des 2. November in eine kleine Spieltagspause gegangen. 24 Punkte aus 12 Oberliga-Spielen stehen auf der Habenseite von Coach Leos Sulak. Platz vier. Der Abstand zum ersten No-Playoff-Platz beträgt schon 12 Punkte. Sportlich läuft es bei der jungen, nur noch mit drei Tschechen spielenden Mannschaft. Ein neues Sponsoring-Paket mit dem Keidel-Bad ist auch in trockenen Tüchern. Und es kommen regelmäßig weit über 1300 lautstarke Fans in die alte Franz-Siegel-Halle. Ruhig ist es allein um ein neues Eisstadion in Freiburg geworden. Scheinbar liegen die Pläne für die Eissportler nach dem 30-Millionen-Euro-Schock (wir berichteten) auf Eis.

Und drin ist das Ding: Gegen die Gladiators feierten die Wölfe einen 6:2-Sieg.

 

Im August hatte das Freiburger Rathaus zuletzt gemeldet, dass die Betriebserlaubnis für die alte Eishalle bis 2020 gesichert ist. Die Verwaltung musste dafür noch einmal rund 50.000 Euro für bessere Fluchtwege in die durch ihren maroden Charme bekannte Spielstätte investieren. Zudem wurde die Zuschauerzahl von 4000 auf 3500 runtergefahren. Seither herrscht Ruhe. „Wir hoffen, dass der neue Gemeinderat den Grundsatzbeschluss für den Bau einer neuen Eishalle umsetzt und dass dafür auch ein Zeitplan beschlossen wird“, sagt der EHC-Vorsitzende Werner Karlin. Der Club managed die Halle für die Stadt Freiburg und zahlt jedes Jahr 25.000 Euro Miete. „Diese Summe können wir auch in einer neuen Halle zahlen“, sagt Karlin, der das nötige Fassungsvermögen eines neuen Runds bei 4000 bis 4500 sieht. Der aktuelle Zuschauerschnitt liegt bei rund 1500, der Etat aktuell bei knapp einer Million Euro – für alle acht Teams und die Betriebskosten der Halle. Investieren können die Wölfe in eine neue Spielstätte selber nicht.

Nach der Euphorie der vergangenen Aufstiegsrunde hätten viele Fans vielleicht auch mehr erwartet als Platz vier. „Aber man muss sehen, dass auch die Konkurrenz stärker geworden ist und die Liga einfach sehr, sehr ausgeglichen ist“, sagt Karlin. Man sei in der Spitzengruppe und auf Tuchfühlung mit dem Chefsessel: „Wir arbeiten an einer guten Ausgangsposition für die Playoffs.“ An einer neuen Spielstätte müssen andere arbeiten.

Text: Lars Bargmann / Foto: ns