Wir wollen alle – eine neue Halle“, skandierten die Fans des frisch gebackenen Eishockey-Oberliga-Meisters EHC Freiburg nach dem spektakulären Aufstieg in die zweite Liga, die DEL 2. Die Wölfe hatten sich im finalen Finalspiel gegen Duisburg dank der Paraden des wertvollsten Finalserienakteurs, Keeper Christoph Mathis, und des goldenen Treffers von Niko Linsenmaier mit 1:0 durchgesetzt.

 

Am Ziel der Träume:  Das Wölfe-Rudel nach dem Sieg gegen Duisburg. Der Pott gehört nun dem EHC - und seinem Erfolgscoach Leos Sulak.

 

Dann brachen alle Dämme, die Spieler lagen sich in den Armen, eine Jubelarie hallte durch die altehrwürdige Franz-Siegel-Halle, in deren Katakomben es so aussieht, als sei die Zeit einfach stehen geblieben.

 

Die Frage nach einem neuen Eisstadion liegt aber weiter auf Eis. „Wir gehen davon aus, dass wir die nächsten Jahre weiter hier spielen“, sagt Klubchef Werner Karlin. Für die Lizenz in der DEL 2 sei das kein Hindernis. Der Antrag auf Lizenzierung (zu dem auch eine Bürgschaft zählt) ist eingereicht. Karlin rechnet fest mit der Lizenz. Zum darin aufgeführten Etat will er keine Angaben machen, weil Wettbewerber sich dann schnell ausrechnen können, was einzelne Spieler in Freiburg bekommen. Nur so viel: „Für die DEL müssen wir deutlich zulegen.“

 

Eine wichtige Quelle sind dabei die Eintrittskarten. 1800 Fans kamen im Schnitt in der vergangenen Saison. Kalkulieren wird Karlin konservativ mit 1500. Noch wichtiger aber sind die Sponsoreneinnahmen. Wie sich die entwickeln, ist offen. Die vergangene Saison werde den Wölfen jedenfalls wirtschaftlich mehr als eine schwarze Null bringen, und Karlin ist zuversichtlich, die DEL auch stemmen zu können. Erstaunlich genug: Vor vier Jahren war die Wölfe GmbH in die Insolvenz geschliddert. Der Club war nur noch viertklassig. Der Aufstieg ist auch eine erstaunliche Leistung der Mannschaft hinter der Mannschaft.

Am Ziel der Träume:  Das Wölfe-Rudel nach dem Sieg gegen Duisburg. Der Pott gehört nun dem EHC - und seinem Erfolgscoach Leos Sulak.

 

Frisches Geld werden die Wölfe brauchen, denn nun kommt auf die Chef- etage um Karlin, Vize Marc Esslinger und Erfolgscoach Leos Sulak auch die Aufgabe zu, einen zweitligatauglichen Kader aufs Eis zu bringen. Fest steht, dass Flügelflitzer und Leistungsträger Steven Billich zum Erzfeind in der DEL 1 zu den Wild Wings nach Schwenningen wechselt. Und dass auch Goalie Fabian Hönkhaus den Verein verlassen wird. Ob das Eigengewächs Billich im Wege einer Förderlizenzverpflichtung doch weiter auch das Wölfetrikot tragen kann, steht noch in den Sternen. „Wir wollen mit den Wild Wings eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnen, die dazu führen könnte, dass sechs bis acht junge Spieler auch bei uns spielen können.“

Am Ziel der Träume:  Das Wölfe-Rudel nach dem Sieg gegen Duisburg. Der Pott gehört nun dem EHC - und seinem Erfolgscoach Leos Sulak.

 

Statt bisher zwei dürfen in der DEL 2 nun vier Ausländer im Kader sein. Ob darunter wie in der Vergangenheit vor allem tschechische sein werden, ist offen. In Tschechien stand beim Gespräch mit Karlin übrigens der Meisterpott: Verteidiger Milos Vavrusa durfte ihn mal mit in seine Heimat nehmen. Den „Freiburger Weg” aber, mithin der Fokus auf Eigengewächse, wird Sulak weitergehen: 18 Spieler des Meisterkaders haben bereits in der Jugend die Schlittschuhe für den EHC geschnürt. 22 Kufencracks werden am Ende wohl im neuen Kader sein. Mitte September wird der seine erste Bewährungsprobe in der DEL haben. In der alten Halle.

 

Text: Lars Bargmann & Foto: © Neithard Schleier