Das Image von Wärmedämmung muss dringend verbessert werden, finden die Macher der jährlichen GETEC-Messe (Gebäude-Energie-Technik), die Ende Februar zum achten Mal in Freiburg stattfindet. Intern hängt der Haussegen aber schief: Die Bau-, Dachdecker- und Zimmer-Innungen kehren der Veranstaltung den Rücken. Die Besucherzahlen waren im vergangenen Jahr stark eingebrochen.

 

Ob Schimmel, Brandgefahr oder mangelnde finanzielle Attraktivität: Der Ruf der Gebäude-Dämmung ist hierzulande nicht der Beste. Davon ist Daniel Strowitzki, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft, Touristik und Messe GmbH (FWTM), überzeugt. „Dem zugrunde liegen häufig Vorurteile, Fehlinterpretationen und andere Missverständnisse, die wir mit dem umfangreichen Beratungsangebot unserer Bauexperten auf der GETEC abbauen können“, sagt Strowitzki. GETEC steht für Gebäude-Energie-Technik. Die Messe findet vom 27. Februar bis 1. März auf dem Freiburger Messegelände statt und richtet sich an private und gewerbliche Bauherren.

Messeplatz Freiburg: Die GETEC hofft wieder auf mehr Besucher.

 

Seit im vergangenen Jahr die Besucherzahlen überraschend eingebrochen sind, muss die GETEC selbst um ihren guten Ruf bangen. „Zu Hochzeiten hatten wir knapp 12.000 Besucher“, räumt Strowitzki ein. „Für dieses Jahr gehen wir von rund 8000 aus.“ Mit verantwortlich für den starken Einbruch war vermutlich der späte Termin im April. Im Frühling, so der Tenor der meisten Hersteller, interessiere sich kaum jemand für Wärmedämmung – daher diesmal der frühere Start Ende Februar. Auch die Aussteller sind seit dem Besucherschwund offenbar vorsichtiger: Statt 235 Ausstellern (wie 2014) werden nach Auskunft der FWTM bei der diesjährigen 8. Auflage nur noch rund 150 teilnehmen.

 

Nicht mehr dabei sind auch diejenigen, die einen großen Teil des Baugewerbes repräsentieren: die Bau-, Dachdecker- und Zimmer-Innungen. Aus welchem konkreten Grund sie der Messe den Rücken kehren, dazu konnte oder wollte gegenüber dem chilli niemand Stellung nehmen – der zuständige Pressesprecher war trotz mehrfacher Kontaktversuche nicht erreichbar. Strowitzki bestätigt indessen die Entscheidung der Innungen: „Jeder Aussteller muss jedes Jahr aufs Neue abwägen, ob er mitmacht oder nicht. Das heißt aber nicht, dass die Innungen nie wieder mitmachen werden.“

 

Die Besucher, verspricht Strowitzki, würden vom Fernbleiben der Innungen gar nicht viel merken. „Ihre Mitglieder, also die betreffenden Firmen, sind ja trotzdem vor Ort.“ Auch sonst setzen die Verantwortlichen auf ein großes Mitmach-Programm, um die Messe attraktiv zu machen. Als Highlight der diesjährigen GETEC gilt der „Marktplatz Energiegewinnung“ in Halle zwei. Dort bieten 35 Energieberater aus der Region den Besuchern eine kostenlose Beratung an – „produkt- und herstellerneutral“, wie die Veranstalter betonen. Für die 30-minütige Erstberatung sollte am besten vorab ein Termin vereinbart werden (Tel. 0761/791770).

 

Hausbesitzer können zudem ein kostenloses Seminar zur Kraft-Wärme-Kopplung belegen (Freitag, 27. Februar, 14 Uhr). Der Energieversorger Badenova wird ein neues Angebot vorstellen, mit dem Hausbesitzer ihren Strom selbst erzeugen und auch speichern können („Sonnen Kombi“). Ganz praktisch können Besucher die Elektromobilität auch am eigenen Leib erleben – wenn sie mit ausleihbaren E-Bikes, E-Rollern und Segways durch die Messehalle brausen.

 

Text: Steve Przybilla / Foto: GETEC

 

Zahlen und Fakten:
Wann: 27. Februar bis 1. März, jeweils 10 bis 18 h.
Wo: Messe Freiburg, Europaplatz 1
Ausstellerzahl: über 150
Eintritt: 9 Euro (Erwachsene), 7 Euro (ermäßigt)
Mehr Info: www.getec-freiburg.de