Die Zahlen des zurückliegenden Weihnachtsgeschäftes sind noch nicht ausgewertet, dennoch lässt sich eines schon feststellen: „Es war zwar nicht katastrophal, aber dennoch sind wir wieder einmal hinter dem Vorjahresergebnis zurückgeblieben.“ Das sagt der Präsident des Handelsverbandes Südbaden, Philipp Frese. Woran das liegt? „Das Internet ist für viele Händler ein Problem“, so Claudia Warth, die Geschäftsführerin der Aktionsgemeinschaft für Handel und Gewerbe „z’Friburg in der Stadt“. Die Leute gehen zum Shoppen immer seltener auf die Kajo, immer öfter ins Netz.


„Ich habe vermehrt Beschwerden von Buch-, Elektrowaren- und Spielwarenhändlern gehört“, spezifiziert Frese die Problembranchen, „bislang hatte das Internetgeschäft noch die Funktion des klassischen Versandhandels übernommen – aber es gewinnt zunehmend Marktanteile.“ Und nimmt damit solche von den kleinen Einzelhändlern und Dienstleistern weg. Dabei ist es nicht einmal die grundsätzliche Konkurrenzsituation, die den meisten Leidtragenden sauer aufstößt, denn zunächst ist auch ein Internethändler nur ein Händler, wie Frese verdeutlicht: „Auch die brauchen Lager, Mitarbeiter und müssen zudem das ganze Rücksendeproblem organisieren.“ So weit, so fair. Wenn da nicht das Problem mit der fehlenden Beratung wäre.

Davon kann auch Thomas Klarmann, Geschäftsführer der Freiburger Offset-Druckerei „schwarz auf weiß“ ein Lied singen. So habe jüngst etwa die Stadt Triberg bei ihm Flyer für einen Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad geordert. Klarmann gestaltete und druckte nach Auftrag den ersten Schwung. Als dieser aber nach fünf Wochen vergriffen war, forderte die Gemeinde die Druckvorlagen von ihm an und ließ den Nachschub im Netz drucken. „Individuelle Sachen können oder wollen die Online-Anbieter nicht stemmen“, ärgert er sich, „aber wenn es so weitergeht, gibt es irgendwann keinen mehr, der die Vorarbeit macht.“

Diesen Missbrauch von Dienstleistungen prangert auch Claudia Warth an. Sie plädiert für einen stärkeren Zusammenschluss der lokalen Anbieter: „Gemeinsam schafft man eine stärkere Präsenz, das Erlebnis ,Einkaufen‘ muss verbessert werden. Da, wo Service groß geschrieben wird, haben Kunden eine andere Bindung und mehr Skrupel, hinterher anderswo zu kaufen.“ Ihr Fazit: „Die Menschen müssen leicht und gerne in die Stadt kommen.“ Dann gehen sie auch nicht mehr so oft ins Netz.

Text: Felix Holm / Foto: Mario Vedder – dapd