In England, Kanada oder Australien haben sie eine feste Fanbasis, eine stattliche Zahl von Platten haben sie verkauft. Die Rede ist von CMC & Silenta, einem Freiburger Duo, das elektronische Tanzmusik produziert. In der Heimat haben bislang nur wenige Menschen die Musik der beiden Mittdreißiger Christoph Crone (CMC) und Thilo Perach (Silenta) auf dem Schirm. Das soll sich mit ihrem Debütalbum „Get It On Now“ nun ändern.


Silenta: Wir kennen uns schon, seit wir sechs Jahre alt sind. Christoph hat irgendwann angefangen, als DJ aufzulegen, ich habe zu Hause am Computer Musik aufgenommen. 2006 haben wir uns zusammen hingesetzt und erste Mash-up-Songs produziert, die musikalisch im Bereich des Funky Breakbeat bzw. Big Beat liegen. Über ein englisches Label konnten wir die auf Vinyl pressen und haben so mit elf Veröffentlichungen mehr als 10.000 Platten verkauft. Die Resonanz, vor allem aus England, war wirklich enorm. Vor zwei Jahren haben wir dann im Bahnhof St. Georgen unser Studio aufgebaut und das Label Roca Records gegründet. Hier haben wir unser Album produziert, ein genreübergreifendes, wildes Songmix, das man im Club, jedoch auch zu Hause spielen kann. In den Songs ist alles selbst eingespielt, wir haben dazu kaum Samples verwendet. Viele Features sind dabei, lokale wie zum Beispiel der Beatboxer Paul Brenning oder MC Fava, jedoch auch internationale Sänger und Rapper wie Mystro und die Ragga Twins aus England.

CMC: Seitdem wir unser Studio hier haben, sind wir wahnsinnig produktiv. Neben unseren eigenen Songs haben wir auch viele Remixes gemacht. Derzeit spiele ich jedes Wochenende irgendwo DJ-Gigs, im Januar gehe ich für zwei Wochen in Kanada auf Tour – dort stehen die total auf unseren Sound. In der internationalen Breakbeat DJ-Szene haben wir uns einen Namen gemacht, das Musik-Genre, in dem wir uns bewegen, ist in Deutschland aber kaum bekannt. In Freiburg haben wir im Waldsee eine Partyreihe namens Sound Georgen, bei der wir viel diesen Sound spielen und den Bekanntheitsgrad anheben wollen.

Silenta: Viele unserer Fans aus dem Ausland denken tatsächlich, wir kommen aus London. BBC-Radiosender spielen unseren Sound, wir waren in ausländischen DJ-Magazinen und veröffentlichen immer wieder auf englischen Labels. Um unseren Namen aber auch in der deutschen elektronischen Musikszene bekannter zu machen, haben wir zum Start unseres Debütalbums eine deutsche Promo-Agentur engagiert, die mächtig Alarm schlägt.

CMC: Es geht mit diesem Album jetzt nicht darum, viel Geld zu verdienen, das wird ohnehin schwer. Es geht darum, dass unser Name draußen ist, denn so bekommt man auch mehr Gigs. Wir haben den festen Plan, in Zukunft unsere Musik nicht nur durch meine DJ-Sets zu präsentieren, sondern als Performance mit einer Band auf die Bühne zu bringen.

Aufgezeichnet von Daniel Weber / Foto: Privat