Das Theater Sommerlaune zeigt am Schloss Ebnet Casanova

Sommerzeit ist für die Freiburger Regisseurin und Autorin Susanne Franz die wichtigste Zeit. Dann bringt sie das Theater Sommerlaune auf die Bühne – ihr Projekt, das sie das ganze Jahr über begleitet. Vom 20. Juli bis zum 11. August wird sie im Schloss Ebnet mit zwei Schauspielern und zwei Musikern ihr selbst geschriebenes Stück „Casanova – Ein Duell“ aufführen.

 

„Ein Stück über eine historische Männerfigur wollte ich schon länger inszenieren“, erzählt Franz. Seit 2004 stellt sie nun schon in jedem Sommer eine eigene kleine Theaterproduktion auf die Beine – respektive Bühne. Bis 2010 war im Premierenjahr der Innenhof des Augustinermuseums und danach der des Wentzingerhauses Spielort, seither ist es das Schloss Ebnet, das in diesem Jahr besonders gut zum neuen Stück passt.

Das Stück dreht sich um den verstorbenen Schriftsteller Casanova und Schloss Lux im ehemaligen Böhmen, wo er seine letzten Lebensjahre verbrachte. Die beiden Freiburger Schauspieler Simone Rosa Ott und Ullo von Peinen werden das rund 90-minütige Stück mit der Unterstützung von Akkordeonist Hartmut Saam und Kontrabassist Markus Lechner aufführen. „Simone Rosa Ott ist schon zum fünften Mal bei der Sommerlaune dabei, wir sind inzwischen ein eingespieltes Team, und Ullo von Peinen kenne ich auch schon seit Jahren. Ich bin froh, dass es jetzt mit der Zusammenarbeit geklappt hat“, sagt Franz. Nach 18 Jahren am Freiburger Theater arbeitet von Peinen seit vergangenem Jahr als freischaffender Künstler. „Dazu werden die Musiker mit ihren Instrumenten auch wichtige Rollen spielen.“

Im Stück flüchtet der tote Casanova aus dem Jenseits und landet wieder im Schloss Dux, wo er zum Ende seines Lebens seine Memoiren geschrieben hatte. „Zwölf Bände, 4500 Seiten, vom Ende des 18. Jahrhunderts. Offiziell erschienen sind sie aber erst 1960“, erzählt Franz. Casonavo findet heraus, dass mit seinem Namen Unwahrheiten verbunden sind, Geld verdient wurde, und dann trifft er auch noch auf einen Doppelgänger. Insgesamt dreht sich das Stück um die ewige philosophische Frage „Wer bin ich?“.

 

 

„Ich habe beim Schreiben versucht, viel von Casanovas Originalton einfließen zu lassen. Viele wissen ja gar nicht, dass Casanova ein großer Schriftsteller war. Er beschreibt sein Leben detailliert und ist sehr ehrlich und kritisch mit sich selbst“, erzählt Franz. Zwei Jahre lang hat sie der Stoff beschäftigt. Casanova werde oft mit Don Juan gleichgesetzt, das sei falsch. „Don Juan hat nie gelebt. Er ist eine literarische Figur, die die Frauen benutzt hat. Casanova dagegen war ein Mann, der sich sein Leben lang mit Frauen umgeben hat, aber zu seiner Zeit einen fast schon feministischen Umgang mit ihnen gepflegt hat“, erläutert sie. Casanova habe die Frauen geliebt, respektiert und nicht benutzt, sondern auch nach der Beziehung um sie gesorgt. „Und die Menge an Frauen, wohl 130 während seiner 73 Lebensjahre, ist für die damalige Zeit im 18 Jahrhundert völlig normal gewesen.“

Derzeit befindet sich das Team mitten in der insgesamt siebenwöchigen Probenzeit, bevor am 20. Juli im Gebälk der Schlossscheune die Premiere über die Bühne gehen wird. Insgesamt 17 Aufführungen wird das kleine Ensemble spielen. „Die Organisation und Planung des Theater Sommerlaune beschäftigt mich das ganze Jahr über. Es ist für mich alleine ein echter Megajob. Wenn es dann endlich auf die Bühne geht, das ist das Schönste.“

Text: Daniel Weber / Fotos: Martin Koswig