Keine SC-Fans, sondern Studenten und ihre Eltern tummelten sich heute im Freiburger SC-Stadion. Die Uni lädt traditionell an einem Nachmittag im Oktober die Erstsemester mit ihren Eltern ein – doch aufgrund steigender Nachfrage dieses Jahr zum ersten Mal nicht mehr in die Uni, sondern ins Stadion.

 

Das Gedränge unter der Osttribüne, wo verschiedene Univereine und Unternehmen sich vorstellen, ist groß. Doch was auffällt: Während sich um manche Stände wahre Menschenmassen drängen, ist es an anderen ganz ruhig. Liegt es an der Lage, an den Give-aways, am Angebot? Die chillisten Johanna Klausmann und Tanja Bruckert haben versucht, dem Phänomen auf die Spur zu kommen:

 

 

Zwei Minuten und acht Sekunden dauert’s vom Wurst- zum Bierstand (Luftlinie keine fünfzig Meter). Vom Bierstand zur Toilette braucht man aber – glücklicherweise – nur ein paar Sekunden.

 

 

„Gibt da ein Star Autogramme?“ fragt eine Studenten in der Menge vor dem akademischen Filmclub Freiburg. Nö, wir tippen eher auf den kostenlosen Kaffee, werden aber auch eines besseren belehrt. „Wir verdanken unsere momentane Beliebtheit dem Studentenquiz, bei dem jeder gleich mitmachen kann“, meint Antje Lossin vom Aka-Filmclub.

 

 

Der eindeutige Sieger unter den Give-Aways sind in diesem Jahr Gummibärchen – kaum ein Stand, der nicht auf die bunten Bären setzt. Bei der Badischen Zeitung kommen sie zumindest in einem stylischen Zeitungstütchen daher.

Es gibt jedoch auch Stände, die sich dem Trend verweigern, wie der Ring christlich-demokratischer Studenten, der lieber auf Kulis und Ohrstöpsel setzt. „Wir sind für einen langfristigen Gewinn, statt einer kurzfristigen Lustbefriedigung“, ist hier die Begründung.

 

 

Statt auf Give-aways setzen die Rugby-Mädels Freiburg lieber auf schlagkräftige Argumente. „Bei uns lernt man sich durchzusetzen und wird zudem körperlich fit. Man darf jedoch nicht zimperlich sein – ein paar blaue Flecke gehören dazu“, argumentiert Petra Schedwill (vorne rechts). Doch schon der Nachbarstand, der Stand des Fitnessstudios Sportprinz, setzt wieder auf die alt bewährten Süßigkeiten  – jedoch als gezieltes Verkaufsargument: „Erst naschen und dann bei uns alles wieder abtrainieren: Das ist doch ideal“.

 

 

Sportlicher geht es da bei der AOK zu: Einen Ball fangen, während man eine “Rauschbrille” trägt, die einem einen Alkoholspiegel von 0,8 Promille vorgaukelt, ist nicht so einfach wie es aussieht.

 

 

Das schickste Outfit des Tages gehört dieser Studentin, die neben dem Studium noch bei der Freiwilligen Feuerwehr arbeitet. Daumen hoch!

 

 

Eindeutig am meisten Give-aways gibt es beim Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF). Den Trubel vor ihrem Stand erklärt sich die RVF aber nicht mit den Taschentüchern, Pfefferminzbonbons, Lesezeichen, Kulis und Gummibärchen, sondern behauptet stattdessen: „Die wollen alle unsere Fahrpläne.“ Merkwürdig nur, dass beim Nachbarstand der VAG – an dem es zwar auch Fahrpläne, aber keine Give-Aways gibt – so viel weniger los ist…

 

 

Vollgestopft mit Gummibärchen, Keksen und Bonbons geht es dann auf die Tribüne, wo wir auf Comedian Florian Schroeder und die Uni Big Band Freiburg warten – oh, und natürlich auf die Reden des Uni-Rektors Hans-Jochen Schiewer und des SC-Vorsitzenden Fritz Keller.