chilli-Interview mit dem SCF-Talent Jonas Föhrenbach

 

Sein neuer Trainer Iraklis Metaxas traut ihm den Sprung zu. „Er muss sich an die härteren Zweikämpfe in der Regionalliga gewöhnen, doch er bringt vieles mit“, sagt der Trainer der zweiten Mannschaft des SC Freiburg über Jonas Föhrenbach, der neu ins Team gekommen ist – obwohl er noch ein Jahr A-Jugend spielen könnte. Das Freiburger Eigengewächs, das manchen schon als neuer Matthias Ginter gilt, soll in dieser Saison in beiden Teams jede Menge Spielpraxis sammeln. „Er ist für die Bank zu schade“, meint Metaxas. chilli-Autor Dominik Bloedner hat in Föhrenbach einen sehr selbstbewussten, für sein Alter aber erstaunlich geerdeten jungen Mann getroffen.

 

chilli: Herr Föhrenbach, hat Sie die Nominierung für die zweite Mannschaft überrascht? Wie groß ist der Unterschied zur A-Jugend?
Föhrenbach: Überrascht ist vielleicht das falsche Wort. Sicher habe ich gehofft, dass ich mittrainieren darf, und als dann der Anruf kam, habe ich mich natürlich sehr gefreut. Nun steigt die Anzahl der Trainingseinheiten pro Woche, es geht härter zur Sache, das ganze Spiel ist schneller, es ist körperbetonter. Körperlich muss ich noch etwas zulegen.

Jonas Föhrenbach

 

chilli: Wann reifte bei Ihnen der Wunsch, das mit dem Fußball ernst zu nehmen? Der Konkurrenzkampf auch schon in jungen Jahren ist hart.
Föhrenbach: In der D- oder C-Jugend spielt man nur, da denkt man nicht an eine mögliche Karriere bei den Profis. Beim Sprung von der B- in die A-Jugend kam dann der Gedanke, dass ich ja gar nicht mehr so weit weg bin.

 

chilli: Gab es Zweifel, Rückschläge?
Föhrenbach: In der C-Jugend haben mich für eine Saison Verletzungen zurückgeworfen, ich konnte die Vorbereitung nicht mitmachen und habe nicht gespielt. In der B-Jugend habe ich mich wieder herangekämpft, da wurde ich auch zum Innenverteidiger.

 

chilli: Was sagt Ihre Familie?
Föhrenbach: Den Ball flachhalten (schmunzelt). Aber sie haben mich bislang wunderbar unterstützt, die Ausbildung in der Fußballschule ist ja recht zeitaufwändig.

 

chilli: Andere Teenager machen Party, müssen nicht auf ihre Ernährung achten, haben mehr Zeit für sich und andere Dinge. Sie hingegen haben stets Verzicht geübt, waren diszipliniert. Wie fühlt sich das an?
Föhrenbach: Man muss schon auf sich achten. Wenn die Freunde abends weggehen, kann man nicht immer mit oder wenn, dann ohne Alkohol zu trinken. Mit meinen Mitspielern unternehme ich öfter etwas. Discotheken vermisse ich jetzt nicht in meinem Leben.

 

chilli: Was sind Ihre sportlichen Ziele?
Föhrenbach: Erst einmal eine gute Saison spielen und dann, ganz klar: Profi beim SC Freiburg.

 

chilli: Gibt es einen Plan B?
Föhrenbach: Ein Sportstudium auf Lehramt.

 

chilli: Was waren bislang Ihre größten sportlichen Erfolge?
Föhrenbach: Der DFB-Pokalsieg mit der A-Jugend vergangene Saison, der zweite Platz mit der B-Jugend in der Liga und natürlich die sieben Einsätze für die Nationalmannschaft – unter anderem gegen die Niederlande und England.

 

chilli: Wer sind Ihre Vorbilder?
Föhrenbach: Mats Hummels ist einer der besten Innenverteidiger der Welt. Ich mag seinen Spielstil, er hat ein gutes Aufbauspiel, spielt gute Bälle nach vorne, ist zweikampfstark und hat ein gutes Auge. Und Borussia Dortmund mag ich auch.

 

chilli: Ihr Vertrag läuft im Sommer 2015 aus. Wie geht es weiter, es gibt doch sicher Anfragen von anderen Clubs?
Föhrenbach: Dann ist die A-Jugend offiziell vorbei. Der Verein und ich, wir beide haben dann eine Option.

 

Text & Foto: Dominik Bloedner

 

Der Spieler:
Jonas Föhrenbach, 18, wurde in Freiburg geboren und spielte zuerst beim PSV Freiburg, bevor er in der C-Jugend zum SC Freiburg wechselte. In diesem Jahr hat er an der Staudinger-Schule sein Abitur mit der Note 3,3 bestanden. Föhrenbach, 1,84 Meter groß und 74 Kilo schwer, spielte bereits sieben Mal in der deutschen A-Jugendnationalmannschaft. Vergangene Saison wurde er mit der A-Jugend DFB-Pokalsieger und erzielte in der Liga zwei Kopfballtore.