Der langjährige Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft der Sparkasse Freiburg, Thomas Schmidt, hat seine letzte Bilanz vorgelegt: Nach dem Umsatzrekord aus dem Vorjahr legte die S-Immo in 2016 noch einen drauf: 281 Immobilien im Wert von rund 82 Millionen Euro wechselten durch die Vermittlung der S-Immo den Besitzer, wodurch diese 3,7 Millionen Euro umsetzte. „Dass wir das Ergebnis von 2015 in dieser nicht einfachen Zeit noch einmal verbessern konnten, ist natürlich sehr erfreulich“, so Schmidt, der Ende April nach 22 Jahren als Geschäftsführer in den verdienten Ruhestand gehen wird.

 

Übergibt ein gut bestelltes Haus: Thomas Schmidt.

Übergibt ein gut bestelltes Haus: Thomas Schmidt.

 

Es ist vor allem der Güterbahnhof, der sich zu einem Erfolgsgaranten entwickelt hat. Südbadens größter Makler hatte hier bereits 250 Wohneinheiten in der Vermarktung, alles ist verkauft. „Und wir werden sicher, wenn sich das Gebiet noch weiter entwickelt, hier noch einmal tätig werden“, sagt Schmidt beim Redaktionsbesuch.

 

Aktuell im Angebot sind rund 80 Immobilien, die meisten sind beim Neubauvorhaben an der Lameystraße im Projekt LivingArt Zähringen zu finden, wo die Quadratmeterpreise im Schnitt bei 4900 Euro liegen. 18 Käufer haben hier schon zugeschlagen. Demnächst läuft der Rohbau an, bezugsfertig werden die Wohnungen im Sommer 2018 sein. Es ist eines der raren Angebote, die Freiburg aktuell zu bieten hat.

 

Nicht nur Wohnungen, auch Gewerbeflächen hat Schmidt derzeit im Angebot, etwa beim Formart-Projekt auf dem Güterbahnhof, wo es den Quadratmeter schon ab 2500 Euro (netto) gibt. „Da stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis.“

 

Wenn der Gründungsgeschäftsführer auf die Anfänge zurückblickt, wird die rasante Entwicklung deutlich: „Es gab damals kein Internet, kein Faxgerät. Wir haben die Objektbilder analog gemacht und die dann in unsere aus Schreibma-schinenblättern gefertigten Exposés eingeklebt. Im ganzen Büro roch es damals nach Uhu“, schmunzelt der Routinier. Im Laufe der Jahre hat er sich dann als ein Vorreiter bei der Digitalisierung der Immobilien-Präsentation gezeigt: Bei der S-Immo gehören heute virtuelle 360-Grad-Videos ebenso zum Standard wie ein ambitionierter Facebook- und auch eigener Internetauftritt.

 

Früher reagierten Interessierte auf Zeitungsannoncen, meldeten sich telefonisch, dann wurde das Exposé verschickt, ein paar Tage später meldete sich der Kunde und wollte einen Besichtigungstermin, der wieder Tage später nach Absprache mit dem Verkäufer stattfand. „Heute vergehen zwischen der Verbreitung des Angebots und dem Besichtigungstermin manchmal nur Stunden.“ Und auch der Kauf geht schneller vonstatten: „Wer lange zögert, hat kaum eine Chance.“

 

Früher gab es aber auch mehr Angebot: 2009, 2010 hatte die S-Immo zuweilen mehr als 400 Immobilien, heute sind es manchmal nur 60. Die Kompromissbereitschaft hat weiter zugenommen, weil das Angebot so knapp ist. Eine vermietete Wohnung war früher ein Hindernis, heute nicht mehr. Kein Hindernis, aber ein Ärgernis bei der Vermarktung ist die „Überregulierung“ des Geschäfts. „Der Gesetzgeber zwingt dich förmlich, wie beim Geldwäschegesetz, dazu, deinem Kunden mit Misstrauen zu begegnen, das ist ein beklagenswerter Zustand“, sagt der Routinier. „Wir haben in den vergangenen 22 Jahren hier mehrere Tausend Immobilien vermittelt, es gab genau in zwei Fällen Unstimmigkeiten.“

 

Auch von der neuen Wohnimmobilienkreditrichtlinie hält er nicht viel: Dafür ein als Verbraucherschutz daherkommendes Gesetz zu machen, im ohnehin sehr intensiv regulierten Deutschland, hält er schlicht für überflüssig. Wer etwa schon seit Jahren für den gleichen Arbeitgeber arbeitet, aber immer nur neue Zeitarbeitsverträge bekommt, hat heute schlechte Karten bei der Finanzierung. „Heute entscheidet nicht mehr der Mensch, sondern der Computer.“

 

Schmidt wird ein sehr gut bestelltes Haus an seinen Nachfolger Oliver Kamenisch übergeben. Ein Abschied auf Rekordniveau.

 

Text: Lars Bargmann / Foto: © Sparkasse Freiburg